Fischen im Trüben beim Fischeinkauf

14. März 2013, 09:19
42 Postings

Greenpeace nimmt sich des Themas Fisch an: Auch auf den Fischverpackungen steht nicht genau drauf, was drinnen steckt

Wien - Der Karfreitag steht bevor - Grund genug für die Umweltschutzorganisation Greenpeace, sich des Themas Fisch anzunehmen. Denn: Ebenso wie bei anderen Lebensmitteln stehe auch auf den Fischverpackungen nicht genau drauf, was eigentlich drinnen steckt. Puncto Produktkennzeichnung bestehe jedenfalls eine Menge Nachholbedarf.

"Auch beim Fischeinkauf fischen Konsumenten meist immer noch weitgehend im Trüben. Wir fordern von Handel und Fischindustrie, ihre Produkte endlich vollständig zu kennzeichnen. Verpackungen ohne lateinischen Artennamen oder ohne Angabe von Fanggebiet und Fangmethode sind eine Zumutung. Der Fischindustrie ist diese lückenhafte Kennzeichnungspflicht jedoch meist sehr recht, denn wer kauft schon Fischstäbchen, auf denen als Fangmethode umweltschädliche Grundschleppnetzfischerei ausgewiesen ist", kritisierte Konsumentensprecherin Claudia Sprinz.

Reformprozess in der EU

Die Gemeinsame Fischereipolitik der EU befinde sich gerade im wichtigen Reformprozess. Durch das Einkaufsverhalten habe aber ohnehin jeder Konsument die Möglichkeit aktiv zum Schutz der Meere und umweltfreundlicherer Fischerei in Europa beizutragen. "Engagierte Verbraucher können ein klares Signal senden. Grundsätzlich gelten drei einfache Regeln: Seltener Fisch essen, mithilfe des Greenpeace-Ratgebers bewusst Fisch aus nachhaltiger Herkunft kaufen und bei Produkten mit mangelnder Kennzeichnung in Handel nachbohren und im Zweifel die Finger davon lassen", so Sprinz.

Genannter Ratgeber, für den mehr als 500 Fischereien und Fischzuchten ökologisch bewertet wurden, sorgt laut Greenpeace für mehr Durchblick beim Fischkauf. Die Orientierungshilfe, die es auch als Mobilversion fürs Smartphone gibt, zeige, welche Fischarten guten Gewissens gekauft werden können und listet auf, was eigentlich auf der Verpackung stehen sollte: Artennamen, Fanggebiet und Fang- bzw. Zuchtmethode.

Verzichten ist besser

Nach Auswertung der neuesten wissenschaftlichen Daten zu Bestandsgrößen, Fangquoten und eingesetzten Fangmethoden sollte auf beliebte Speisefische wie beispielsweise Alaska-Seelachs, der in vielen Fischstäbchen und Schlemmerfilets steckt, Zander oder Makrele verzichtet werden. Eine ökologisch vertretbare Alternative seien heimischer Karpfen und Saibling.

Laut Statistik Austria verzehrt jeder Österreicher rund acht Kilo Fischfilet pro Jahr, das entspreche einem Fanggewicht von etwa 14 Kilo. Vielen Fischarten stehe das Wasser buchstäblich bis zum Hals: 87 Prozent aller Fischbestände sind laut Welternährungsorganisation (FAO) erschöpft, überfischt oder komplett ausgebeutet. In Europa gelten drei von vier Fischbeständen als überfischt. (APA, 14.3.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wissen was man verzehrt: Keine einfache Aufgabe.

     

Share if you care.