Madonna wirbt für Gap

4. August 2003, 13:41
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Massentaugliche Mode der US-Kleidungskette hat "Fußball-Mütter" als neue Kundengruppe im Visier

Die für ihre radikalen Image-Wechsel bekannte US-Sängerin Madonna will offenbar wieder einmal ihr Bild in der Öffentlichkeit verändern. Der Popstar werde im Herbst für die Kleidungskette Gap werben, teilten Sprecherinnen beider Parteien am Mittwoch mit. Marketing-Experten sahen in dem Werbevertrag einen Geniestreich der größten US-Kleidungskette, deren Name mit massentauglicher Mode für den Durchschnittsbürger verbunden ist.

Von Gaultier zu Gap

Madonna hatte in den 80er Jahren mit provokativen und betont erotischen Outfits des Designers Jean Paul Gaultier von sich reden gemacht. Seither hatte sie wie ein Chamäleon unzählige Male ihren Stil verändert. Ihre Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden, hatte sie über Jahrzehnte an der Spitze der Popbranche gehalten. So trat sie etwa im Cowboy-Look oder als edle Diva auf. Heute wird die 44-jährige zweifache Mutter vor allem mit Familienleben, Yoga und ihren bald erscheinenden Kinderbüchern in Verbindung gebracht. Nun sollen es also Jeans und Khaki-Hosen von Gap sein, wie sie viele Amerikaner tragen.

"Sie (Madonna) ist in unseren Köpfen untrennbar mit der Modewelt verbunden. Sie mit Gap in Verbindung zu bringen, ist fantastisch für deren Marke", sagte Nicki Gondell von der auf Marketing spezialisierten Beratungsfirma Trend House. Die Sängerin könne jeder Art von Mode Stil und Elan geben.

Gap hatte in der Vergangenheit versucht, sich auf ein sehr junges modebewusstes Publikum zu konzentrieren. Nachdem die Absatzzahlen des Unternehmens zwei Jahre in Folge rückläufig waren, hatte Gap jüngst wieder neue Kunden hinzugewinnen können. Madonna könne Gap helfen, die so genannten Fußball-Mütter als neue Kundengruppe zu gewinnen, sagte Charlene Li, Marketinganalyst bei Forrester Research. Fußball-Mütter sind ein Synonym für Frauen aus der amerikanischen Mittelklasse, die in Vororten wohnen und viel Zeit darauf verwenden, ihre Kinder zum Sporttraining zu bringen. Und Yoga machen - wie Madonna. ((APA/Reuters)

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