Jorge Mario Bergoglio ist der erste Papst aus Südamerika

Porträt13. März 2013, 20:59
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Buenos Aires - Jorge Mario Bergoglio wurde am 17. Dezember 1936 als eines von fünf Kindern italienischer Einwanderer in Buenos Aires geboren. Bis heute hat er deshalb neben der argentinischen auch die italienische Staatsangehörigkeit. Neben Spanisch und Italienisch spricht er auch Deutsch.

Nach dem Diplom als Chemie-Ingenieur entschied sich Bergoglio für den Priesterberuf und trat in den Jesuitenorden ein. Er studierte Philosophie und Theologie und lehrte währenddessen Literatur und Psychologie. Nach seiner Priesterweihe im Dezember 1969 brachte er es schnell zum Jesuiten-Provinzial Argentiniens.

In diese Amtszeit fiel die Zeit der argentinischen Militärdiktatur (1976-83). Im Foltergefängnis inhaftierte Ordensbrüder warfen Bergoglio Schwäche im Umgang mit dem Regime vor. Er habe sich nicht ausreichend vor sie gestellt.

Von 1980 bis 1986 war Bergoglio Rektor der Theologischen Hochschule von San Miguel.

Seit 2001 Kardinal

1992 wurde er Weihbischof in Buenos Aires. Im Sommer 1997 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Erzbischof-Koadjutor und im Februar 1998 zum Erzbischof der Hauptstadt-Diözese. Seit 2001 gehörte Bergoglio dem Kardinalskollegium an; von November 2005 bis Anfang November 2011 war er Vorsitzender der Argentinischen Bischofskonferenz.

Wortkarg und medienscheu

Der Naturwissenschaftler liebt nicht die großen Auftritte und gilt als wortkarg und medienscheu. Zur Tagespolitik hält er Distanz.

Bergoglio selbst lebt Bescheidenheit vor und bewohnt statt seiner Bischofsresidenz ein schlichtes Appartement. Er geht selbst im Supermarkt einkaufen, liebt lange Spaziergänge durch seine Heimatstadt und fährt ansonsten lieber mit dem Bus als mit dem Dienstwagen. Darüber hinaus hat er den Ruf eines talentierten Kochs, eines Liebhabers der Oper, der griechischen Klassiker und von Shakespeare und Dostojewski und eines sportlichen Schwimmers, auch wenn er schon seit der Kindheit mit Lungenproblemen zu kämpfen hat.

Gilt als volksnaher "Versöhner"

Theologisch eher gemäßigt und dialogbereit, gilt Bergoglio als volksnaher "Versöhner", der der Bewegung "Comunione e Liberazione" nahe steht. Für seine Landsleute geht von dem asketischen Einzelgänger eine besondere Aura aus. Manche beschreiben ihn als faszinierend, manche als rätselhaft.

Aussichtsreicher Kandidat im Konklave 2005

Im Konklave von 2005 war der Jesuit Bergoglio laut Kathpress ein aussichtsreicher Kandidat. Im dritten Wahlgang, so heißt es, hätten bis zu 40 Kardinäle für ihn gestimmt. Sein Verzicht habe dann aber den Weg für die Wahl Ratzingers frei gemacht. 

Im Konklave 2013 wurde er am 13. März zum neuen Papst gewählt. Bergoglio gab sich den Papstnamen Franziskus I. Er ist der erste Papst aus Südamerika. (APA)

  • Jorge Bergoglio bei seiner Ankunft im Vatikan am 7. März 2013.
    foto: epa/maurizio brambatti

    Jorge Bergoglio bei seiner Ankunft im Vatikan am 7. März 2013.

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