Krebsmedikamente könnten auch gegen Bandwürmer wirken

13. März 2013, 19:00
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Erbgut-Entschlüsselung zeigt, wo die Parasiten potenzielle Angriffspunkte haben

London - Nach der vollständigen Entzifferung des Erbgutes von vier Bandwurmarten erhoffen sich Forscher neue Ansatzpunkte im Kampf gegen die gefährlichen Parasiten. Beispielsweise der Fuchsbandwurm scheine unter anderem gegen Krebsmedikamente empfindlich zu sein, sagte der Würzburger Biologe Klaus Brehm. Neben Forschern des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg waren an der in "Nature" veröffentlichten Studie unter anderem Gruppen aus Mexiko und Großbritannien beteiligt.

Die Forscher haben erstmals das Erbgut von Fuchs-, Schweine-, Hunde- und Zwergbandwurm komplett entziffert. Ihre Liste mit den aussichtsreichsten Angriffspunkten für Medikamente zeigt: Viele davon sind identisch mit den Stellen, an denen Krebstherapien wirken. "Eine Infektion mit Bandwürmern verläuft ähnlich wie das Wachstum von Tumoren", erklärte Brehm. "Die Larven des Fuchsbandwurms zum Beispiel metastasieren und breiten sich im Körper aus."

Und auch wenn ein Bandwurmbefall im Vergleich mit Krebs auf den ersten Blick harmlos erscheinen mag, handelt es sich dabei um ein ernstes globales Problem. Rund ein Drittel der Menschheit sei mit Würmern infiziert, viele Patienten lebten in ärmeren Regionen, sagte Brehm. "Da es für die Medikamente keinen Markt gibt, wird wenig geforscht." So gebe es derzeit keine Therapie, mit der sich die gefährlichen Bandwurmlarven im Körper zuverlässig abtöten lassen. Das medizinische Problem sind weniger die Würmer selbst, die im Darm leben und ihren Wirten Nährstoffe wegnehmen. Bedrohlich sind die Larven, die sich in Organen festsetzen und Zysten bilden. (APA/red, derStandard.at, 13. 3. 2013)

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