Neue Büros, Hotels, Hangars für den Wiener Airport

13. März 2013, 17:29
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Flughafen Wien AG will mit oder ohne Partner aktiv werden - Objekte des einstigen "World Trade Center" werden durch Neubauten ersetzt

Die Flughafen Wien AG intensiviert ihre Immobilien-Geschäfte. Vor einem Monat wurde mit Wolfgang Scheibenpflug ein neuer Standortmanager geholt (wir berichteten), er soll sich federführend um Vermarktung und Entwicklung der enormen Flächenreserven kümmern.

Warum der Wiener Airport seine Immobilien-Strategie geändert hat, erklärten Scheibenpflug, Vorstand Günther Ofner und Immobilienmanager Werner Hackenberg am Mittwoch im Rahmen eines Pressetermins auf der Immobilienmesse Mipim in Cannes. Laut Ofner könne man "keine wesentlichen Zusatzerlöse von den Airlines erwarten", deshalb wolle man die vorhandenen Potenziale im sogenannten "Non-Aviation-Bereich" heben.

Passagierwachstum

Und diese hält er für beträchtlich: Einerseits geht der Vorstand für die nächsten Jahre von einer weiteren Steigerung der Passagierzahlen um jährlich eine Million Menschen aus (2012 wurden 22,2 Millionen Reisende gezählt). Andererseits habe man zwar mit der Inbetriebnahme des Terminals "Check-in 3" (vormals "Skylink", Anm.) die Einzelhandelsflächen am Wiener Airport schon auf 20.000 m² verdoppeln können, beim Nettoumsatz pro Passagier (An- und Abreisende zusammengerechnet) in den Bereichen Gastronomie und Einzelhandel hinkt man mit 1,90 Euro aber noch sehr weit unter den drei Euro hinterher, die beispielsweise am Frankfurter Flughafen lukriert werden können.

Wegen des erwarteten anhaltenden Wachstums des Flughafens mit seinen schon jetzt 20.000 Beschäftigten werde es auch zusätzlichen Bedarf an neuen Hotels, Restaurants und Büros, aber auch Hangars und Parkhäusern geben, sagte Ofner. Man stehe "am Beginn eines großen Wachstums- und Investitionszyklus" und habe den großen Vorteil, auf dem gesamten Grundbesitz von 1.200 Hektar ausreichend Flächen zur Verfügung zu haben – "großteils innerhalb der Zivilflugplatzgrenzen, aber auch außerhalb".

"Nicht an Partner angewiesen"

In Fischamend stehen etwa 14 Hektar an Gewerbefläche zur Entwicklung bereit, diese könne man gemeinsam mit Partner entwickeln oder überhaupt an einen Entwickler abgeben, so Ofner. Generell sei man zwar offen für Partnerschaften, "aber nicht darauf angewiesen". Ofner will eigene Entwicklungen aus dem Cash-Flow oder mit freiwerdenden Mitteln im Falle des Verkaufs der einen oder anderen Liegenschaft, etwa des Cargo-Terminals "Cargo Nord", finanzieren.

Für ein neues Hotel am Flughafengelände suchen Ofner und Scheibenpflug auch in Cannes schon nach potenziellen Betreibern bzw. Investoren, laut dem Vorstandsmitglied ist "reges Interesse" am Markt spürbar. Ofner denkt, dass neben dem bestehenden NH-Hotel mit 500 Betten insbesondere für ein Budget-Hotel gute Chancen bestünden.

Einstiges "World Trade Center" wird abgerissen

Weil man auch mit einem Mehrbedarf an modernen Büroflächen am Wiener Flughafen rechnet, sollen die beiden Gebäudeteile des ehemaligen "World Trade Centers" mittelfristig Zug um Zug durch Neubauten ersetzt werden, kündigte Ofner an – "wahrscheinlich zuerst der Nordteil, dann der Südteil". Die beiden Objekte aus den 1980er-Jahren mit insgesamt 18.000 m² vermietbarer Fläche sind mittlerweile im "Office Park III" integriert. Insgesamt gibt es am Wiener Flughafen derzeit ein Büroflächenangebot von 84.000 Quadratmetern.

Schließlich will man auch dort aktiv werden, wo es den Passagieren wohl eher weniger auffallen wird: Vier alte Hangars sollen bald durch neue ersetzt werden, kündigte Werner Hackenberg vom Immobilienmanagement des Flughafens an. Außerdem soll auch ein neuer Wartungshangar um rund 15 Millionen Euro entstehen. (Martin Putschögl aus Cannes, derStandard.at, 13.3.2013)

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