Virtuell bei den Gebrüdern Grimm: Wohnung als 3D-Modell nachgebaut

13. März 2013, 17:12
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Anlässlich der hessischen Landesausstellung "Expedition Grimm"

Ein brauner Tisch, ein weißes Sofa, selbst Tapeten sind detailgetreu nachgestellt. Von oben fliegt man hinein in die Wohnung der Brüder Grimm in der Kasseler Torwache - zumindest in der dreidimensionalen Computerrekonstruktion. Die Wohnung der Märchensammler wird während der Landesausstellung "Expedition Grimm" vom 27. April bis 8. September in Kassel virtuell begehbar sein, wie am Mittwoch angekündigt wurde.

"Wir hatten sehr unterschiedliche Datenquellen"

Dazu hat das Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt aus Grundrissen, Bauplänen, Gemälden und Möbeln ein 3D-Modell entworfen. "Wir hatten sehr unterschiedliche Datenquellen", sagt Ulrich Bockholt vom IGD. Objekte wie der Schreibtisch, die sicherlich in der Wohnung standen, wurden entsprechend eingefärbt. Von anderen Möbeln, wie dem Sofa, vermutet man lediglich, dass sie dort gestanden haben. Um dies kenntlich zu machen, seien sie als "Schatten-Möblierung" weiß eingefärbt. Zudem wurden Zeichnungen und Gemälde in das Modell integriert.

Über einen Grundriss am Boden "betritt" man die Räume, die auf einer Leinwand zu sehen sind. "So kann man durch die Wohnung navigieren", sagt Bockholt. Der Besucher kann mit Handwischen im freien Raum die Blickrichtung ändern. "Bewegt man die Hand nach rechts, dann bewegt sich die Perspektive. Wir wollten etwas entwickeln, was jeder benutzen kann", betonte er.

Begründer der Germanistik

Jacob und Wilhelm Grimm waren nicht nur Märchensammler, sondern auch Begründer der Germanistik und Autoren des deutschen Wörterbuchs. Rund sieben Jahre (zwischen 1814 und 1822) lebten sie mit ihrer Schwester Lotte am Wilhelmshöher Tor, hier entstanden die "Deutschen Sagen" und die zweite Auflage der "Kinder- und Hausmärchen". Die Wohnung brannte 1943 vollständig aus. (APA, 13.3. 2013)

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