Experten: Gentech-Raps für Biodiesel in Österreich nicht praktikabel

13. März 2013, 14:49
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Heimische Anbauflächen zu zersplittert - Sicherheitsabstände zu normalen Rapsfeldern führen zu Verlusten

Wien - In Österreich würde es sich nicht rechnen, gentechnisch veränderten Raps für Biodiesel anzubauen, halten Wiener Experten in einer Studie fest. Durch den Sicherheitsabstand, den man einhalten müsste, damit er sich nicht mit normalem Raps oder gar Bioraps vermischt, würden österreichweit Anbauflächen verloren gehen und der Ertrag sinken, berichteten sie vor Kurzem in der Fachzeitschrift "Biomass and Bioenergy".

Gentechnisch veränderte Pflanzen für die Lebensmittelproduktion anzubauen sei hierzulande zwar tabu, erklärte Dietmar Moser von der Abteilung "Biologische Vielfalt und Naturschutz" des Umweltbundesamts, der die Studie geleitet hat. Mitunter höre man aber die Diskussion, ob speziell gezüchteter Gentech-Raps nicht für die Biospritproduktion verwendet werden könnte, um die Gesamtmengen an produziertem Raps zu steigern, sagte er.

Anbauflächen zu klein

In der kleinflächig strukturierten Agrarlandschaft Österreichs wäre es aber kontraproduktiv, gleichzeitig normalen und gentechnisch veränderten Raps anzubauen, so die Forscher in der Studie, die das Umweltbundesamt gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien und dem Wiener Institut für Naturschutzforschung und Ökologie durchgeführt hat.

Raps-Pollen werden von Wind und Insekten verbreitet. Damit andere Rapsfelder Gentechnik-frei bleiben, sollte sicherheitshalber ein Abstand von 800 Metern zu normalen Rapsfeldern und einem Kilometer zu Bio-Raps gehalten werden, schätzt die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Dadurch schrumpfen die möglichen Anbauflächen für Gentech-Raps, erklärte Moser. In Österreich hätten die Sicherheitsabstände besonders große Auswirkungen, weil die Felder der einzelnen Höfe meist zersplittert und auf ein großes Gebiet verstreut sind.

"Für einen großen Bauern könnte es durchaus lohnend sein, aber österreichweit würde man damit Ernteflächen verlieren und zwischen vier und 25 Prozent Ertrag einbüßen", sagte Moser. Die derzeit international verfügbaren Gentech-Rapssorten würden den Ertrag nicht wirklich steigern und könnten so den Verlust nicht ausgleichen. (APA/red, derStandard.at, 13. 3. 2013)

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