Europas Leitbörsen schließen mehrheitlich im Minus

13. März 2013, 18:35
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Rückläufige Industrieproduktion in Europa drückte - Enttäuschende Anleihenauktion in Italien wirkt sich negativ aus

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Mittwoch mehrheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 7,12 Einheiten oder 0,26 Prozent auf 2.704,73 Zähler.

Am heutigen Handelstag hatten die negativen Vorgaben aus China und Japan sowie schwache europäische Unternehmenszahlen die Märkte in Europa belastet. Auch die rückläufige Industrieproduktion im Euroraum drückte. Die Industrieproduktion ging von Dezember auf Jänner um 0,4 Prozent zurück, wie das europäische Statistikamt Eurostat mitgeteilt hatte. Experten hatten mit weniger Rückgang gerechnet. Eine wenig erfolgreiche Anleihenauktion in Italien wirkte sich ebenso negativ auf die Märkte aus.

Zara verfehlt Erwartungen

Im Euro-Stoxx-50 konnten Inditex sich auch im Nachmittagshandel nicht erholen und schlossen mit einem Minus von 2,58 Prozent bei 105,65 Euro. Der spanische Bekleidungskonzern, dem die trendige Zara-Kette gehört, hatte im vergangenen Geschäftsjahr trotz der Expansion in Schwellenländer und des Ausbaus seines Onlinegeschäfts mit dem Reingewinn die Erwartungen der Analysten verfehlt.

Ebenfalls mit negativem Vorzeichen gingen die Anteilsscheine von Enel aus dem Handel, mit minus 5,98 Prozent bei 2,612 Euro. Der italienische Stromanbieter hatte die Gewinnerwartung für das vergangene Geschäftsjahr nicht erreicht und erst für 2017 eine Erholung prognostiziert.

Die Medien- und Pharma-/Chemiewerte blieben weiterhin obenauf im Index. So schlossen die Papiere von Essilor International als Spitzenplatzierte im europäischen Leitindex mit einem Plus von 2,93 Prozent bei 82,49 Euro. Auch die Aktien des Medienkonzerns Vivendi gingen mit plus 0,90 Prozent bei 16,275 Euro aus dem Handel.

Commerzbank-Papiere glücklos

In Frankfurt blieb das Glück für die Commerzbank-Papiere aus. Sie schlossen mit einem deutlichen Abschlag von 9,72 Prozent und einem Kurs von 1,263 Euro. Deutschlands zweitgrößte Bank hatte bekannt gegeben, dass sie Papiere im Wert von 2,5 Milliarden Euro verkaufen werde, um Investitionen zu refinanzieren.

Der Blick in die Schweiz zeigt ein ebenso trübes Bild: Die Papiere von Adecco erholten sich nicht und beendeten den Tag mit einem Minus von 2,10 Prozent bei 53,55 Schweizer Franken. Der Reingewinn der weltgrößten Zeitarbeitsfirma blieb im vierten Quartal unter den Erwartungen.

Im britischen "Footsie" rangierten auch am Ende des Handelstages die Papiere von Tui Travel im roten Bereich. Sie verloren bis Börsenschluss 1,53 Prozent bei 315,40 Pence. Es hatte heute das Gerücht am Markt gegeben, dass die Muttergesellschaft, der Reisekonzern Tui, einen radikalen Neuanfang plane und die milliardenschwere Beteiligung am Tochterkonzern Tui Travel veräußern wolle. Tui hatte das Gerücht dementiert.

In London schlossen ebenso Direct Line Insurance Group mit einem negativen Vorzeichen. Die Papiere notierten bei Börsenschluss mit einem Abschlag von 3,18 Prozent bei 204,00 Pence. Die Royal Bank of Scotland hatte Beteiligungen am führenden britischen Versicherungskonzern im Wert von 507 Millionen Pfund verkauft. (APA, 13.3.2013)

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