Wieso Apple alle guten Apps der Konkurrenz bekommt

13. März 2013, 10:47
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Amazon, Google und Microsoft entwickeln für iOS, Apple hingegen verschließt sich anderen Plattformen

Apple bietet eine Fülle an Apps für seine mobilen Geräte iPhone, iPad und iPod Touch. Darunter befinden sich auch zahlreiche Dienste seiner schärfsten Konkurrenten Google, Microsoft und Amazon. Umgekehrt bietet Apple die eigene Software aber nicht für Android oder Windows Phone an. Ein Ungleichgewicht zugunsten von Apple, bei dem die Konkurrenz dennoch mitspielt.

Apple-Apps (fast) nur für Apple

Von Apple entwickelte Anwendungen wie die Sprachassistentin Siri, iPhoto, Garage Band oder die iWork-Apps sind nur unter iOS und OS X nutzbar. Eine Ausnahme bildet iTunes, das der Konzern auch für Windows-Rechner zur Verfügung stellt. Seinen Browser Safari hat Apple früher auch für PCs veröffentlicht, mittlerweile wurde die Entwicklung der Windows-Version jedoch eingestellt.

Gmail, Skydrive, Kindle und Co  

Umgekehrt entwickeln Google, Microsoft und Amazon ihre eigenen Apps sehr wohl für die iOS-Plattform. Google bietet etwa Gmail, Chrome, die Google-Suche, Google+, Maps und Earth für iPhone und Co. Gerüchteweise soll auch das in Android integrierte Such-Feature Google Now bald für iOS verfügbar sein. Microsoft bietet unter iOS OneNote, SkyDrive, Lync, Photosynth als eigenen Apps. Von Amazon gibt es etwa Amazon Mobil, den Cloud Player und die Kindle E-Book-App.

Geschäftsmodelle

Der Hintergrund dafür ist das Geschäftsmodell der Unternehmen, die zwar alle auch eigene Hardware anbieten, anders als Apple aber traditionelle Software-Unternehmen sind, meint Apple-Kenner Walt Mossberg von AllThingsD. Alle drei Unternehmen argumentieren damit, dass sie ihre Anwendungen auf mehreren Plattformen zur Verfügung stellen wollen. Google und Microsoft stellen ihre mobilen Systeme auch mehreren Hardware-Herstellern zur Verfügung. Apples Betriebssysteme laufen (offiziell) nur auf Apple-Hardware.

Einschränkungen

Bemerkenswert ist, dass die meisten Apps der Unternehmen zwar für iOS, aber nicht unbedingt für die jeweils anderen Plattformen verfügbar sind. So bietet Google seine Apps Gmail, Google Maps und Google+ nicht für Windows Phone an, wenngleich es hier Anwendungen von Drittentwicklern gibt. Amazon stellt seinen Cloud Player zwar unter iOS und Android, nicht aber unter Windows Phone zur Verfügung. Grund dafür ist auch die noch geringe Verbreitung von Windows Phone im Vergleich zum führenden Android und iOS.

Vorteil für Apple

Für Apples-Apps gibt es auf den anderen Plattformen (ebenso wie iOS selbst) zwar eine Fülle an Alternativen. Doch die Tatsache, dass die iOS-Apps eben nicht auf anderen Smartphones und Tablets genutzt werden können, mag iPhone- und iPad-User davon abhalten, zu anderen Plattformen zu wechseln. Solange die Konkurrenz ihre populären Apps auch für iOS entwickeln, ist der Anreiz zu Wechseln noch geringer, da es kaum Exklusivität gibt. Für Google mag das weniger ein Problem sein, hat Android iOS doch vor einiger Zeit überholt. Microsoft hat es so aber sehr schwer, Neukunden für Windows Phone zu finden. (red, derStandard.at, 13.3.2013)

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    Apple verschließt sich der Konkurrenz, und bekommt doch alle guten Apps.

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