Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigsten Todesursachen in Europa

13. März 2013, 11:14
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Der WHO-Bericht für Europa konstatiert einen Vormarsch der nicht übertragbaren Krankheiten konstatiert - Insgesamt ist die Sterblichkeit aber rückläufig

London - Nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs zählen in Europa zur Todesursache Nummer eins.

Laut dem aktuellen Gesundheitsbericht der WHO für Europa, waren 2009 rund 80 Prozent der Todesfälle auf nicht übertragbare Krnakheiten zurückzuführen. 2009 starben in Österreich der Statistik zufolge 548 Personen pro 100.000 Einwohner - dabei waren 207 auf Herz-Kreislauferkrankungen zurückzuführen, 156 erlagen einem Krebsleiden.

Insgesamt zeichnet der Bericht aber ein erfreuliches Bild: Die fast 900 Millionen Menschen zählende Bevölkerung der 53 europäischen Staaten lebt laut WHO heute länger und gesünder. Die Lebenserwartung stieg in der gesamten Region und hat von 1980 bis 2010 um fünf Jahre auf 76 Jahre zugenommen, wobei Männer durchschnittlich 73 Jahre (Österreich: 78 Jahre) und Frauen im Schnitt 80 Jahre (Österreich: 84 Jahre) alt werden.

"Das liegt hauptsächlich an einem Rückgang bestimmter Todesursachen sowie an der gezielten Arbeit die Risikofaktoren zu minimieren und die sozioökonomischen Bedingungen zu verbessern", heißt es von Seiten der WHO.

Übertragbare Krankheiten rückläufig

Der Europäische Gesundheitsbericht zeigt auch, dass die Gesamtsterblichkeit weiter abnimmt, wenngleich die Raten innerhalb der Europaregion eine große Schwankungsbreite aufweisen. Tendenziell ist sie im Osten am höchsten und im Westen am niedrigsten. Nicht übertragbare Krankheiten machen mit etwa 80 Prozent den größten Anteil an Todesursachen aus. Herz-Kreislauf-Erkrankungen  - (beispielsweise ischämische Herzkrankheit, Schlaganfall) verursachen fast 50 Prozent aller Todesfälle, gefolgt von Krebs mit rund 20 Prozent.

Übertragbare Krankheiten kommen in der Europäischen Region seltener vor als in der übrigen Welt. Die Inzidenz von Aids ist rückläufig, was die Bedeutung wirksamer Behandlung unterstreicht, aber auch die Zahl der Tuberkulose-Todesfälle ging von 1990 bis 2010 um 30 Prozent zurück.

Laut WHO stellen die führenden Gesundheitsrisiken für Europäer der Tabakkonsum (durchschnittlich 298 Tote pro 100.000 Einwohner und Jahr / Österreich: 186) und übermäßiger Alkoholkonsum (durchschnittlich 80 Tote / Österreich: 60) dar. (APA/red, derStandard.at, 13.3.2013)

Weitere Ergebnisse des WHO-Berichts:

  • Europa weist die weltweit geringste Kindersterblichkeit auf (7,9 pro 1.000 Lebendgeburten). Zwischen den Ländern existieren allerdings deutliche Unterschiede.
  • Die Müttersterblichkeit ging seit 1990 um 50 Prozent zurück, so dass 2010 nur noch 13,3 Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten zu beklagen waren.
  • Die Zahl der Verkehrstoten ging seit 1990 ebenfalls um 50 Prozent zurück, was mit an einer Abnahme der Straßenverkehrsunfälle und insbesondere der durch Alkohol am Steuer verursachten Unfälle in Zusammenhang stehen dürfte.
  • Die Suizidrate ging in allen Teilen der Region zwischen 24 und 40 Prozent zurück, nachdem sie Mitte der 1990er Jahre angestiegen war. Ihr Rückgang hat sich allerdings verlangsamt, was zeitlich mit dem wirtschaftlichen Abschwung seit 2008 zusammenfällt.
  • Krebs hat in 28 von 53 europäischen Staaten kardiovaskuläre Erkrankungen als die führende Ursache eines vorzeitigen Todes (vor Vollendung des 65. Lebensjahres) abgelöst.
  • Die Zahl der in der Europäischen Region lebenden Migranten wird mit 73 Millionen veranschlagt (52 Prozent davon Frauen), was etwa acht Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Migranten sind in der Regel jünger, ärmer und häufiger von Krankheiten betroffen als die restliche Bevölkerung.
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    Die Grafik zeigt die Anzahl der Todesfälle pro 100.000 Einwohner - differenziert nach unterschiedlichen Erkrankungen. Zudem sind die Ergebnisse für Österreich (roter Balken) im Vergleich zum Gesamtmittel der 53 europäischen Staaten (grauer Balken) dargestellt.

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