Erste Positionsbestimmung mit Galileo-System durchgeführt

12. März 2013, 21:43
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ESA-Generalinspekteur: "Es war ein langer und schwieriger Weg" - Errechnete Genauigkeit von zehn bis 15 Meter

Noordwijk/Wien - Der 12. März war ein historisches Datum für das europäische Satelliten-Navigationssystem: Am Dienstag wurde im niederländischen Noordwijk mit Galileo die erste Positionsbestimmung durchgeführt. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA spricht in einer Aussendung von einem "Meilenstein in Europas neuer Ära der Satellitennavigation". Dieser grundlegende Schritt bestätige, dass das Galileo-System planmäßig arbeitet. Österreich ist seit 1987 eines der mittlerweile 20 ESA-Vollmitglieder.

"Es war ein langer und schwieriger Weg, neue Technologien zu entwickeln, um das zu erreichen. Dass jetzt die Leute tatsächlich eine Positionsbestimmung gemacht haben, ist das schon ein tolles Ergebnis", erklärte der aus Österreich stammende ESA-Generalinspekteur Rudolf Schmidt. Klar sei, dass an einen weltweiten Einsatz in der derzeitigen Ausbaustufe mit vier Satelliten nicht zu denken sei. "An gewissen Punkten der Erde kann man aber schon jetzt Positionsbestimmungen machen", so Schmidt.

Nächster Start im September

Die beiden ersten Galileo-Satelliten wurden im Oktober 2011 gestartet, die Satelliten 3 und 4 folgten ein Jahr später. Das System würde jetzt laufend ergänzt, die nächsten beiden Satelliten werden im September in den Orbit geschossen und zwei weitere folgen "gegen Ende des Jahres", erklärte der ESA-Generalinspekteur.

Vollbracht wurde die erste Längen-, Breiten- und Höhenbestimmung am Dienstag am frühen Morgen im Navigationslabor in Noordwijk, dem technischen Herzstück der ESA. Die erreichte Genauigkeit von zehn bis 15 Metern entsprach angesichts der noch begrenzten Infrastruktur den Erwartungen.

30 Galileo-Satelliten

In einer Höhe von rund 23.200 Kilometern sollen einmal 27 operative und drei Reserve-Satelliten in einer Größe von etwa 2,7 mal 1,2 mal 1,1 Metern - plus Solarpaneele mit einer Spannweite von 13 Metern - die Erde umkreisen. Von dort aus senden sie mit einer Leistung von je 50 Watt ihre Position und - von Atomuhren präzise ermittelte - Uhrzeit zur Erde - das Empfangsgerät, etwa ein "Navi", berechnet, wie lange die Signale unterwegs waren und ermittelt so den eigenen Standort. Je mehr Satelliten in Reichweite sind, desto genauer ist die Peilung - gebraucht werden die Signale von mindestens vier Satelliten, genutzt werden in der Regel sechs bis acht Satelliten. (APA/red, derstandard.at, 12.03.2013)

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    Erstmals wurde eine Positionsbestimmung auf der Erde mittels der vier in der Umlaufbahn befindlichen Galileo-Satelliten und ihrer Bodenanlagen vorgenommen. Laut ESA bestätigt dieser grundlegende Schritt, dass das Galileo-System planmäßig arbeitet.

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