Amoklauf bei "Batman"-Premiere: Prozess im Sommer

12. März 2013, 19:53
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Verlesung der Anklage nach Blutbad im US-Staat Colorado

Washington - Der Prozess gegen den mutmaßlichen Kino-Amokläufer von Aurora im US-Staat Colorado soll im Sommer beginnen. Richter William Sylvester legte bei der Verlesung der Anklage am Dienstag in Centennial den 5. August als Datum fest. Der 25-Jährige wird beschuldigt, in der Nacht auf den 20. Juli 2012 bei der Premiere des neuen "Batman"-Films in einem Kino in Aurora nahe Denver wahllos um sich gefeuert zu haben. Bei dem Blutbad wurden zwölf Menschen getötet und Dutzende verletzt.

Die Anwälte schoben die Entscheidung erneut auf, ob der Angeklagte auf schuldig oder nicht schuldig plädiert. Verteidiger Daniel King sagte bei der Anhörung, dass sie wahrscheinlich Anfang Mai oder Anfang Juni bereit seien, ihren Entschluss mitzuteilen. US-Medien hatten spekuliert, dass die Anwälte versuchen könnten, den 25-Jährigen für unzurechnungsfähig erklären zu lassen. Bis zu der Entscheidung veranlasste Richter Sylvester automatisch das Bekenntnis "nicht schuldig".

Beweise reichen für Hauptverhandlung aus

Bei einer Anhörung Anfang Jänner hatte die Staatsanwaltschaft umfangreiches Beweismaterial vorgelegt. Unter anderem spielte sie die Notrufe aus der Tatnacht vor, in denen Schüsse und chaotischer Lärm zu hören waren. Zeugen sagten aus, dass der Angeklagte zunächst Rauchbomben zündete und dann wahllos mit drei verschiedenen Waffen auf Kinobesucher feuerte. Polizisten beschrieben die blutigen Szenen und die Festnahme am Tatort. Richter Sylvester kam daraufhin zu dem Schluss, dass die Beweise für eine Hauptverhandlung ausreichen. Das Gericht befand den 25-Jährigen auch für prozessfähig.

Der mutmaßliche Täter war Ende Juli 2012 wegen zwölffachen Mordes und vielfachen versuchten Mordes angeklagt worden. Außerdem muss er sich wegen des Besitzes von Sprengstoff und Brandbeschleuniger verantworten, mit denen er seine Wohnung präpariert hatte. Wie bei den Anhörungen in den vergangenen Monaten zeigte er am Dienstag keinerlei Reaktionen. Die Staatsanwaltschaft hat noch nicht entschieden, ob sie die Todesstrafe für den 25-Jährigen beantragen wird. (APA/red, 12.3.2013)

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