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MigrantInnen aller Länder vereinigt euch!

15. März 2013, 11:51

Wenn politische Kunst eine zentrale Aufgabe hat, besteht sie wahrscheinlich im Erschaffen von Verhandlungsräumen. Wenn sie dann auch noch Handlungsräume eröffnen kann, ist ihr künstlerischer wie gesellschaftspolitischer Erfolg garantiert!

So zum Beispiel bei der Kubanischen und in New York lebenden Künstlerin Tania Bruguera, deren Arbeit vor allem darin besteht, Strategien zu entwickeln, wie Kunst im alltäglichen politischen Leben angewandt werden kann. Mit Immigrant Movement International, einem Kunstprojekt, das sie im New Yorker Stadtteil Corona auf Einladung von Creative Time und des Queens Museum of Art als Community-Projekt begonnen hat, kommt sie in diesem Jahr nach Krems. Mittlerweile bereits als „neue Internationale" weltweit vernetzt, setzt sich IM International für Anerkennung, rechtliche Gleichbehandlung und Respekt gegenüber migrierenden Menschen ein. Beim donaufestival startet die Kampagne (IM)MIGRANT RESPECT und nützt dabei die Kommunikations-Kanäle des Festivals, um das Anliegen viral weiter zu transportieren.

Im Temporary Office im Kunstraum Stein werden Tania Bruguera und Camilo Godoy am zweiten Festivalwochenende präsent sein und sich mit dem Publikum, AktivistInnen und österreichischen NGOs vernetzen. Ähnlich brisant auch die Arbeit der mexikanischen Künstlerin Teresa Margolles, die sich mit den Sprachformen der Kunst mit der alltäglichen Gewalt in ihrem Land auseinandersetzt. Zum Festival modifiziert sie eine Performance, die sie bereits 2012 bei der XVIII Bienal de Arte Paiz Guatemala umgesetzt hat. Während sie ein Tuch, das zuvor die Körperflüssigkeiten einer unbekannten Frau, die in Guatemala Stadt ermordet wurde, absorbierte, bestickten, sprachen vier Frauen über ihre eigenen Gewalterfahrungen. Zum donaufestival lädt Teresa Margolles zwei Frauen, die ihre eigenen Erfahrungen in Bezug auf die in das Tuch eingestickten Geschichten setzen werden.

Nach außen hin scheinbar weniger politisch wirkt das Projekt „Erased Symphony", das der mexikanische Künstler Carlos Amorales in Zusammenarbeit mit dem Klangforum Wien präsentieren wird. Doch nur scheinbar, denn auch seine Arbeit untersucht gegenwärtige (mexikanische) Kultur und ihr Wertesystem oder setzt sich mit alternativen Distributionssystemen und Copyright auseinander. „Erased Symphony" spielt mit der Idee, dass kulturelle Erzählungen einer Löschung unterliegen, dass Prozesse des Verschwindens, der Verdichtung, der Umgewichtung und der Korrosion im Erzählen nationaler, kontinentaler, hier eben westlicher, und hegemonialer Geschichten in Gang gesetzt werden. Gegenstand des Löschungsprozesses ist Strauss' "Kaiserwalzer" in der Bearbeitung von Arnold Schönberg: ein präparierter Vinyl-Plotter, ausgestattet mit einem Bleistift, zeichnet die Partitur, die dann in einem diskursiven, gemeinschaftlichen Prozess von Amorales und dem Klangforum partiell gelöscht werden wird.


Weitere Infos zum donaufestival 2013.

  • Artikelbild
    foto: immigrant movement international
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