Googles Sheryl Sandberg ist eine Allzweckwaffe

Kopf des Tages12. März 2013, 18:55
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"Frauen an die Macht", fordert Google-Managerin Sheryl Sandberg

Der Kreis ist klein, fast winzig. Doch Sheryl Sandberg gehört dazu, zum Kreis der zehn mächtigsten Frauen der Welt, attestiert ihr zumindest das Forbes Magazin.

Und liegt damit wahrscheinlich gar nicht so falsch: Die heute 43-Jährige war maßgeblich daran beteiligt, Google von einem überschaubaren Unternehmen mit 300 Mitarbeitern in einen Internetgiganten zu verwandeln. Ins erlauchte (männliche) Führungstrio wurde sie dennoch nicht aufgenommen. Vor diesem Hintergrund wechselte sie 2008 zu Facebook.

Als "Allzweckwaffe", wie sie das Manager  Magazin bezeichnete, gelang es ihr erneut, eine umsatzschwache Firma in ein profitables Schlachtschiff zu verwandeln. Ihre Strategie für Onlinewerbung führte zu jeder Menge Schelte von Daten- und Verbraucherschützern und 2011 zu einem Rekordumsatz von 3,7 Milliarden US-Dollar für Zuckerbergs Freundschaftsimperium. Sie selbst soll in dem Jahr mit mehr als 30 Millionen US-Dollar, inklusive Boni und Aktienoptionen, auch nicht schlecht verdient haben.

Bossy

Nun hat sie niedergeschrieben, was es bedeutet, als Frau in die Chefetage zu wollen. "Bossy", herrschsüchtig, wurde sie schon als junges Mädchen genannt. Dass kleine  Buben sich vorstellen könnten, Präsident zu werden, und kleine Mädchen nicht, liege an den Mädchen, resümiert die Facebook-Chefin.

"Wir üben uns in Zurückhaltung, weil es uns an Selbstvertrauen fehlt. Und wir machen Karrierekompromisse für Kinder, auch wenn es die noch gar nicht gibt", schreibt die zweifache Mutter. "Geht nicht schon, bevor ihr geht," lautet einer ihrer markantesten Sprüche.

Mit Statistiken über die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Geldeinbußen für Teilzeit füttert sie ihre These, Frauen seien selber schuld an der beruflichen Glasdecke. Schon vor dem Erscheinen wurde das Buch in den USA als elitär und weltfremd beschimpft. Es sei unangebracht, als Multimillionärin mit einer Heerschar von Bediensteten anderen vorzuwerfen, sie würden sich einfach nicht genug anstrengen, so der Tenor.

Sie selbst habe beim zweiten Kind einen Vorstandsposten abgelehnt, kontert die Harvard-Absolventin ihren Kritikern. "Ich habe die Fehler alle gemacht, über die ich schreibe." Die richtige Wahl des Partners bestimme ebenso das Lebensglück: Mit ihrem Ehemann würde sie Kindererziehung fair aufteilen. Und nur deswegen Karriere machen können. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 13.3.2013)

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    Sheryl Sandberg

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