Atherosklerose vor Tausenden von Jahren verbreitet

17. März 2013, 11:58
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Forscher untersuchten 137 Mumien aus verschiedenen Regionen

Berlin/London - Dass Menschen vor Tausenden von Jahren an Arterienverkalkung litten, ist spätestens seit CT-Untersuchungen an ägyptischen Mumien bekannt. Dass sich die Erkrankung aber nicht nur auf die gesellschaftliche Elite im Alten Ägypten beschränkte, zeigt eine aktuelle Untersuchung, die im britischen Journal "The Lancet" publiziert wurde. Viele der mumifizierten Körper aus vier unterschiedlichen Weltregionen und Epochen wiesen Ablagerungen in den Arterien auf.

"Aufgrund der Resultate glauben wir, dass unser Verständnis der Ursachen für Atherosklerose unvollständig ist", sagte Studienleiter Randall Thompson vom Saint Luke's Mid America Heart Institute in Kansas City (USA). "Die Krankheit könnte auch irgendwie unweigerlich an den menschlichen Alterungsprozess gekoppelt sein."

Atherosklerose galt bisher als Zivilisationskrankheit, die zwar altersbedingt zunimmt, aber vor allem durch fettreiche Ernährung, mangelnde Bewegung und Rauchen hervorgerufen wird. Sie kann unter anderem zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen und gehört nach WHO-Angaben heutzutage zu den weltweit häufigsten Todesursachen.

Untersuchte Mumien

Das internationale Forscherteam hatte 137 Mumien aus dem alten Ägypten, Peru, dem Südwesten der heutigen USA und Alaska mithilfe von Computertomographen untersucht - aus Jäger-und-Sammler-Kulturen bis hin zu Agrargesellschaften. Dabei konnten sie bei mehr als einem Drittel der mumifizierten Körper Anzeichen für Atherosklerose nachweisen.

"Die Mumien, die nicht aus Ägypten stammen, wurden zudem nicht auf künstliche Weise, sondern durch natürliche Klimaprozesse konserviert", sagte Thompson. "Daher kann man annehmen, dass sie einen Querschnitt der damaligen Bevölkerung darstellen. Im Gegensatz zu den gesellschaftlichen Eliten, die in Ägypten für Mumifizierungen infrage kamen."

Die Forscher fanden heraus, dass ältere Menschen eine größere Wahrscheinlichkeit für Atherosklerose aufwiesen - genau so wie in modernen Gesellschaft. Das Geschlecht, die Region oder die Epoche wirkten sich dagegen nicht signifikant aus. (APA/red, derStandard.at, 17.3.2013)

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