Firmen weisen Vorwürfe von "Reporter ohne Grenzen" zurück

12. März 2013, 16:23
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Hacking Team: Prüfen auf illegale Nutzung unserer Programm für Überwachung

Zwei Sicherheitsfirmen haben sich gegen den Vorwurf der Journalisten-Vereinigung "Reporter ohne Grenzen" gewehrt, mit ihren Produkten die Überwachung von Aktivisten und Menschenrechtlern zu befördern. "Reporter ohne Grenzen" hatte die Computerdienstleister Amesys und Hacking Team sowie drei weitere Firmen auf seine jährliche Liste von "Feinden des Internets" gesetzt. Die Firmen entwickelten Computerprogramme, die autoritäre Regimes zur Verletzung von Menschenrechten und Informationsfreiheit nutzten, lautete der Vorwurf von "Reporter ohne Grenzen".

Geschäftsbereich verkauft

Die Mutterfirma von Amesys erklärte, die Firma habe den entsprechenden Geschäftsbereich im November 2012 verkauft. Das sei öffentlich bekannt. "Amesys ist schockiert, als 'Feind des Internets' bezeichnet zu werden, und betrachtet die Vorwürfe als gegenstandslos", erklärte eine Sprecherin gegenüber der dpa. Das "Wall Street Journal" hatte 2011 berichtet, Amesys habe ein Programm zur Internetüberwachung entwickelt, das in Libyen unter dem Regime von Muammar al-Gaddafi eingesetzt worden sei. Die Aktivitäten im Zusammenhang mit der "Eagle" genannten Software wurden inzwischen von der Firma verkauft, sagte die Sprecherin.

Vorwürfe zurückgewiesen

Auch die italienische Firma Hacking Team widersprach den Vorwürfen. "Wir bemühen uns sehr, sicherzustellen, dass unsere Software nicht an Regierungen verkauft wird", die von internationalen Organisationen kritisch bewertet wurden, erklärte ihr Berater Eric Rabe. Eine Führungsgruppe bewerte jeden Verkauf und könne ihr Veto einlegen. Zudem überprüfe Hacking Team den Einsatz seiner Programme, um einer möglichen illegalen Nutzung auf die Spur zu kommen. Polizeibehörden brauchten solche Software allerdings, um Internetbetrügern und Terroristen auf die Spur zu kommen.

"Reporter ohne Grenzen" setzte mit den Sicherheitsdiensten erstmals Firmen auf seine Liste der Internetfeinde. Solche Programme dienten repressiven Regimes dazu, die Internetkommunikation weiträumig zu überwachen oder gezielt Aktivisten auszuschnüffeln, erklärte die Vereinigung. So gewonnenes Material sei in Ländern wie Bahrain bei Verhören und Folter von Aktivisten benutzt wurden, sagte Christian Mihr von "Reporter ohne Grenzen". (APA, 12.3.2013)

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