Juwelier in Wiener Innenstadt mit Axt und Pistole überfallen

12. März 2013, 14:34
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Ein Verdächtiger mit Uhren und Schmuck erwischt

Wien - Vier Männer haben am frühen Dienstagnachmittag einen Juwelier in der Wiener Innenstadt überfallen. Mit einer Pistole und einer Axt bewaffnet betraten die Räuber den Uhren- und Schmuckhändler Edmund Arnold in der Wollzeile 6-8. Kurze Zeit später flüchteten sie mit ihrer Beute. Einer der Täter, ein 38 Jahre alter Serbe, wurde wenige Minuten danach von Beamten der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) festgenommen. Verletzt wurde bei dem Coup niemand.

Der Juwelier Arnold war bereits zum zweiten Mal Schauplatz eines Überfalls. Heute gegen 13.30 Uhr stürmte das Quartett in das Juweliergeschäft, das gebrauchte Schmuckstücke und Uhren offeriert. Kunden waren zu diesem Zeitpunkt keine anwesend. Die Täter dürften zu Fuß gekommen sein. Einer der Männer bedrohte die Angestellten - zwei Frauen und zwei Männer - mit einer Pistole. Seine Komplizen schlugen mit einer Axt von innen ein Schaufenster ein und rafften Uhren und Schmuck an sich. Die Beute stopften sie in Taschen.

Vitrine mit günstigeren Modellen erwischt

Allerdings dürften die Täter die falsche Auslage erwischt haben: Die Auslagen in der Wollzeile blieben unbeschädigt, in ihnen befanden sich wesentlich teurere Uhren und Schmuckstücke mit Preisen bis zu mehreren tausend Euro als im Schaufenster in der Strobelgasse, welches die Täter ausräumten.

Um 13.34 Uhr wurde die Polizei alarmiert, sagte Polizeisprecherin Camellia Anssari. Die Axt ließ das Quartett im Geschäft zurück, die Räuber entkamen nach ihrem Coup mit einem roten Audi, den sie offenbar in der Nähe abgestellt hatten. Doch bereits in der nahe gelegenen Postgasse 4 parkten sie den Wagen und flüchteten zu Fuß weiter.

Getarnt waren die Täter beim Überfall mit Hauben und Schals, sie waren "aber durchaus erkennbar", sagte Anssari. Das dürfte einem von ihnen zum Verhängnis geworden sein: Beamte der WEGA erkannten ihn aufgrund der guten Personenbeschreibung wenig später in der Marxergasse 1 in Landstraße. Bereits um 13.49 Uhr klickten die Handschellen, so Anssari. "Er hatte zahlreiche Uhren bei sich", sagte die Sprecherin. Ob es sich dabei um die gesamte Beute handelte, war vorerst unklar.

Erkenntnisse aus Überwachungsaufnahmen erwartet

Im sichergestellten Fluchtauto mit Wiener Kennzeichen ließen die Täter ihre Mützen und Schals zurück, die beiden vorderen Seitenfenster blieben offen. "Zum Tatzeitpunkt war das Fahrzeug noch nicht gestohlen gemeldet", sagte Anssari.

Die Ermittler erwarten sich von Bildern der Überwachungskamera weitere Erkenntnisse über die Täter. Diese wurden am Dienstagnachmittag noch ausgewertet. Die Kriminalisten schrieben den Coup dem weltweit agierenden, serbischen Räuber-Netzwerk "Pink Panther" zu. Zuletzt verwendeten Juwelier-Räuber bei einem Coup am Stephansplatz am 14. Dezember 2012 eine Axt. Die ebenfalls der "Pink Panther"-Bande zugerechneten Täter scheiterten aber an einem Passanten, der ihnen die Beute entriss. (APA/red, 12.3.2013)

  • Einen von vier Verdächtigen konnte die Polizei unmittelbar nach der Tat festnehmen.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Im Dezember soll die "Pink Panther"-Bande einen Juwelier am Wiener Stephansplatz ausgeraubt haben, nun ermittelt die Polizei nach einem Überfall in der Wollzeile erneut in diese Richtung.

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