Ukrainische Journalistin nach monatelanger Geiselhaft in Syrien frei

12. März 2013, 10:18
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Reporterin konnte Entführern offenbar entfliehen - Vertrat immer wieder Meinungen von Assad-Regime

Nach monatelanger Geiselhaft ist eine in Syrien entführte ukrainische Journalistin wieder frei. Anchar Kotschnewa sei am Montag ihren Entführern entflohen, sagte ein Familienangehöriger der Nachrichtenagentur AFP. "Es ist ihr heute Früh gelungen zu fliehen." Die vermutlich von syrischen Rebellen entführte Frau sei nun in der Hauptstadt Damaskus, "sicher und wohlauf". Das ukrainische Außenministerium bestätigte das Ende der Entführung, machte zu den Umständen aber keine Angaben.

Kotschnewa war Anfang Oktober entführt worden. Die Kidnapper forderten zunächst 50 Millionen Dollar (38 Millionen Euro) Lösegeld, reduzierten diese Forderung später aber auf 300.000 Dollar. In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti sagte Kotschnewa am Montag, sie sei von Rebellen in der Nähe der Stadt Homs gefangen gehalten worden. "Ich wurde vom Chef des Militärrates der Freien Syrischen Armee festgehalten", sagte sie. Die ersten 40 Tage sei sie gut behandelt worden, dann allerdings hätten sich die Bedingungen immer weiter verschlechtert.

Pro Assad

Die fließend Arabisch sprechende Kotschnewa arbeitete für das russische Fernsehen und vertrat in ihren Berichten sowie in einem eigenen Blog immer wieder Meinungen der Führung von Staatschef Bashar al-Assad. Jetzt will sie nach eigenen Angaben in Syrien bleiben: "Die Welt ist blind. Ich werde alles tun, damit die Menschen herausfinden, was hier wirklich geschieht", sagte Kotschnewa dem russischen Radiosender Business FM. (APA, 12.3.2013)

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