Wie der Fuchs auf die Insel kam

11. März 2013, 18:30
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Australische Forscher lösen Rätsel um den Falklandfuchs - 1876 wurde das letzte Tier von einem Vertreter von Homo sapiens erlegt

London/Wien - Als 1690 die ersten Menschen auf den Falklandinseln landeten, gab es dort nur eine einzige Säugetierart: den Falklandfuchs. Keine 200 Jahre später, nämlich 1876, wurde dann das letzte Tier von einem Vertreter von Homo sapiens erlegt - und der einsame Fuchs war ausgestorben.

Einer, der ebenfalls einen Falklandfuchs erlegte, war Charles Darwin, der 1833 auf seiner Weltreise bei den rund 400 Kilometer vom südlichen Festlandzipfel Südamerikas entfernten Inseln vorbeikam und zum einen über die Zahmheit des Tiers verwundert war. Zum anderen rätselte er, wie die Wildhundart wohl auf die Islas Malvinas gekommen sein mag, da es keine Landverbindung gab.

Mithilfe von Darwins erlegtem Exemplar wurde nun das Rätsel gelöst: Australische Forscher konnten im Fachblatt "Nature Communications" anhand von DNA-Analysen zeigen, dass sich der Falklandfuchs erst vor 16.000 Jahren von seinem nächsten, ebenfalls ausgestorbenen Festland-Verwandten Dusicyon avus trennte.

Das wiederum bedeutet, dass der insulare Fuchs erst am Höhepunkt der letzten Eiszeit übergelaufen sein dürfte - über submarine Terrassen, die während der Eiszeit zu Inseln wurden und durch schmale, oft zugefrorene Wasserstraßen getrennt waren. Während der Übersiedlung und auf der Insel dürfte er sich dann mit Robben und Pinguinen über Wasser gehalten haben. Bis 1876. (tasch, DER STANDARD, 12.3.2013)

  • Grafische Darstellung des Falklandfuchses
    bild: john gerrard keulemans (public domain)

    Grafische Darstellung des Falklandfuchses

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