Banker sackten im Vorjahr mehr Gehalt ein

11. März 2013, 18:53
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Abfindungszahlungen und längst zugesagte Boni haben dazu geführt, dass große Banken 2012 trotz Krise mehr an ihre Mitarbeiter ausbezahlt haben

Abfindungszahlungen und längst zugesagte Boni haben dazu geführt, dass große Banken 2012 trotz Krise mehr an ihre Mitarbeiter ausbezahlt haben. Auch bei Banken mit Staatsbeteiligung stieg die Pro-Kopf-Vergütung.

Frankfurt - Geht es um die Bezahlung im Bankensektor, könnte man sich fragen, wohin die Krise samt Debatte über zu hohe Gehälter und Boni gezogen ist. 35 der größten Banken der Welt haben im Vorjahr trotz Massenentlassungen und öffentlicher Bescheidenheits-Bekundungen nämlich deutlich mehr Geld an ihre Mitarbeiter ausgeschüttet als 2011. Die Ausgaben stiegen um zehn Milliarden auf 275 Mrd. Euro, zeigt eine Erhebung von Reuters.

Im Schnitt verdiente jeder der 3,25 Millionen Banker im vergangenen Jahr 87.400 Euro. "Mich bestätigt das in der Auffassung, dass wir an der Vergütungs-Front etwas tun müssen", sagt Philippe Lamberts, Mitglied des europäischen Parlaments aus Belgien.

Das Europaparlament und die EU-Ratspräsidentschaft haben Ende Februar entschieden, dass Bonus-Zahlungen für Bank-Manager nur noch so hoch sein dürfen wie ihr Grundgehalt. Lediglich bei Zustimmung der Aktionäre ist eine Vergütung in doppelter Höhe möglich. Zudem will die EU-Kommission eine Gesetzesinitiative auf den Weg bringen, die Aktionären eine stärkere Mitsprache über Vorstandsbezüge einräumt - ähnlich wie in der Schweiz.

Teure Rausschmisse

Bei zwei Drittel der untersuchten Banken legte die Bezahlung pro Mitarbeiter 2012 sogar zu. Bei vielen Instituten stieg die Vergütung stärker als der Gewinn. Einige Häuser schütten sogar mehr Geld an ihre Mitarbeiter aus, obwohl der Gewinn sank oder die Bank rote Zahlen schrieb. Die Institute führen dies unter anderem auf teure Abfindungszahlungen zurück: im Summe strichen die Banken im Vorjahr 93. 000 Stellen.

Die Deutsche Bank, bei der die Pro-Kopf-Bezahlung im Vorjahr trotz eines Gewinn-Einbruchs um sechs Prozent zulegte, verweist darauf, dass in den Zahlen auch Boni enthalten seien, die bereits 2009 zugesagt wurden. Bei Goldman Sachs, die 2012 einen Gewinnsprung hinlegte, stieg die Pro-Kopf-Bezahlung um neun Prozent. Das größte Plus gab es mit elf Prozent bei der Danske Bank.

Auch bei der teilverstaatlichten Bank of Ireland (2012: Verlust von 2,1 Mrd. Euro) stieg die Pro-Kopf-Vergütung um rund vier Prozent. Solche Zahlen würden viele Bürger auf die Palme bringen, sagt der britische Europa-Abgeordnete Sharon Bowles. (Reuters, DER STANDARD, 12.3.2013)

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    Die Occupy-Bewegung hat sich gegen die Macht der Banken aufgelehnt - am Bezahlschema hat das wenig verändert.

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