Slowakei prüft erneut Ausstieg aus Slovak Telekom

11. März 2013, 16:30
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Ministerpräsident Robert Fico bisher stets gegen "Ausverkauf" - Mit Erlös könnten private Krankenkassen aufgekauft werden

Die slowakische Regierung unter Premier Robert Fico wird jetzt doch den Verkauf des staatlichen 49-Prozent-Anteils am Telekommunikationskonzern Slovak Telekom prüfen, der mehrheitlich der Deutschen Telekom gehört. Mit dem Erlös könnte der Staat die zwei privaten Gesundheitsversicherer im Land aufkaufen. Damit käme der Premierminister seinem Plan einen Schritt näher, ab 2014 eine einzige staatliche Krankenkasse zu schaffen, berichtete die Tageszeitung "Hospodarske noviny" am Montag.

Gegen "Ausverkauf"

Der Sozialdemokrat Fico stellte sich bisher immer entschieden gegen "Ausverkauf" von strategischem Eigentum des Staates, schon seine erste Regierung hatte unmittelbar nach Antritt 2006 auch den bereits vereinbarten Verkauf des Flughafens Bratislava kurzerhand gestoppt. Eine erste Initiative von Wirtschaftsminister Tomas Malatinsky hatte Fico noch im Mai letzten Jahres entschieden abgelehnt. Man würde andere Lösungen vorziehen, erklärte damals eine Sprecherin des Premiers.

Dividendenauszahlung als Streitpunkt

Dauerstreitpunkt zwischen Bratislava und der Deutschen Telekom ist die Dividendenauszahlung bei der Slovak Telekom: Die Deutschen Telekom hatte diese auch 2012 erneut verweigert. Erst nach Druck der slowakischen Seite wurden schließlich 45 Mio. Euro ausgezahlt, wobei die Slowakei inklusive dem nicht aufgeteilten Gewinn aus Vorjahren insgesamt 102 Mio. Euro gefordert hatte.

Preis nicht bekannt

Der Preis für das staatliche Aktienpaket ist vorerst nicht bekannt, da aber der deutsche Aktionär laut dem Privatisierungsvertrag aus dem Jahr 2000 ein Vorkaufsrecht hat, wird auch dieser von Verhandlungen mit der Deutschen Telekom abhängen. Im Vorjahr 2012 erlitt die Slovak Telekom einen deutlichen Gewinnrückgang, der Nettogewinn sackte auf 62 Mio. Euro ab, was im Jahresvergleich ein Minus von 44 Prozent bedeutete. (APA, 11.3.2013)

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