Kompost3: Im Gatsch der Jazzgeschichte

11. März 2013, 17:57
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Die Debüt-CD des Quartetts Kompost3 löst musikalisch durchaus ein, was sie grafisch verspricht

Vom Cover blickt ein braunes Plastilin-Müllmonster. Kompost3 steht da zu lesen. Und die Debüt-CD des so benannten Quartetts löst musikalisch durchaus ein, was sie grafisch verspricht. Kompost3, das sind vier Instrumentalisten, die mit Hingabe im Humus der Musikgeschichte wühlen: Trompeter Martin Eberle, Keyboarder Benny Omerzell, Bassist Manu Mayr, Schlagzeuger Lukas König, allesamt zwischen 32 und 24 Jahre jung, fanden sich 2009 im Umfeld der JazzWerkstatt Wien zusammen. Seither sind sie zu einem Aushängeschild der jungen Improvisationsszene avanciert. Was es mit dem "Kompost" auf sich hat? Benny Omerzell führt aus: "Wir wollten, dass der Name etwas Dreckiges hat. Dass er mit Wiederverwertung zu tun hat. Weil unser Sound auch dreckig und rotzig ist. Und der Komposthaufen, der aus Dreck wieder neues Leben macht, hat uns da am besten gefallen." Anregungen aus Techno und Zwölftonmusik, aus Gospel und Funk, von Miles Davis bis John Zorn, von Radiohead bis Led Zeppelin finden sich in der Musik von Kompost3 wieder. Doch das Quartett ist auf eigenen Pfaden unterwegs, recycelt das musikalische Material lustvoll in scheppernden Trash-Funk-Grooves, räudigen, aufheulenden Hammond-Orgel-Sounds, Spoken-Word-Samples und schmalzigen Trompeten-Kantilenen. Nach dem Debütalbum und dem Remix-Vinyl-Release Rekompost ist kürzlich die zweite CD Epigenesis (Laub Records) erschienen, in deren Rahmen sich die vier Herren weniger trashig geben, die Musik stattdessen rhythmisch ausgefeilter und rocklastiger daher kommt. (felb, DER STANDARD, 12.3.2013)

12. 3. Wien, Porgy & Bess; 13. 3. Schwaz, Weinbar Lindner; 26. 4. Micheldorf, Kulturschmiede.

 

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