Mak: Für Noever war "immer alles transparent"

11. März 2013, 13:55
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Ex-Direktor Peter Noever kann Vorwürfe nicht nachvollziehen: "Sind der Maxime der Sparsamkeit gefolgt"

Wien - Der Ex-Direktor des MAK, Peter Noever, kann die Vorwürfe des Rechnungshofs in Bezug auf gefälschte Besucherzahlen und zu viele Dienstreisetage nicht nachvollziehen. Hinsichtlich der Besucherzahlen "wird das jetzt so dargestellt, als hätte ich die alleine gezählt und dann manipuliert", sagte Noever am Montag im Gespräch mit der APA. "Das ist ein Museum von 150 Leuten, da gab es im Ministerium ganz klare Vorstellungen, wir haben das im Kuratorium sehr oft diskutiert. Das war alles immer transparent - wie auch bei den Dienstreisen."

Alle im Museum hätten immer gewusst, wo und wann Noever unterwegs gewesen sei. "Dass man heute sagt, dass die Kosten zu hoch waren, das finde ich kurios", so der ehemalige MAK-Chef. "Wir sind der Maxime der Sparsamkeit gefolgt. Ich hätte meine Funktion nicht erfüllt und gegen meinen Vertrag verstoßen, hätte ich das nicht gemacht, ich hätte ohne die Reisen meine Leistung nicht erbringen können. Der Rechnungshof hat sich absolut nicht damit auseinandergesetzt mit dem, was wir getan haben. Das Gegenkonzept dazu wäre Provinzialität gewesen."

"Wir haben Pionierarbeit geleistet"

Auch die Kritik an mangelhafter Inventarisierung, einem ungleich verteilten Anstieg der Personalkosten und einem fehlenden Sponsoringkonzept ist für Noever nicht nachvollziehbar. "Wir haben Pionierarbeit geleistet, damals hat es nichts gegeben - weder einen Museumsshop noch den Museumsverein, die MAK Art Society, über die viele Sponsoringleistungen erbracht worden sind, die nicht in den Büchern des Museums aufscheinen. Die Expositur in Los Angeles hätten wir nie gründen können ohne die Unterstützung der Freundesvereine."

Was er heute anders machen würde, "sind die Veranstaltungen mit den Geburtstagen meiner Mutter", so Noever. Das ändere aber nichts daran, dass diese Veranstaltungen im Interesse des Museums gewesen seien. "Die Veranstaltungen waren erfolgreich, das kann ich beweisen." Ihm gehe es um vollständige Aufklärung, betonte der langjährige Leiter des Museums. "Als ich das Haus übernommen habe, war es in einem extrem desolaten Zustand, sowohl baulich als inhaltlich. Wir haben dieses Haus in eine international respektierte Kunstinstitution überführt. Das war immerhin eine Periode von 25 Jahren, die man jetzt nicht mit einem Handstreich wegwischen kann."

2011 als Geschäftsführer zurückgetreten

Noever war im Februar 2011 als Geschäftsführer zurückgetreten und im März 2011 vom MAK-Kuratorium entlassen worden. Diese Entlassung hat er vor Gericht angefochten. Das noch laufende Verfahren will er nicht kommentieren. (APA, 11.3.2013)

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