Mann in Zelle gestorben: Schwere Vorwürfe gegen südafrikanische Polizisten

11. März 2013, 13:28
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Festgenommener Taxifahrer war nach Misshandlungen gestorben

Johannesburg - Im Fall eines zu Tode gequälten Mosambikaners hat die Staatsanwaltschaft in der südafrikanischen Stadt Benoni bei Johannesburg schwere Vorwürfe gegen neun Polizisten erhoben. Der Taxifahrer Mido Macia sei vor und nach seiner Festnahme am 26. Februar brutal misshandelt worden, sagte Staatsanwalt December Mthimunye am Montag vor Gericht. Als Macia auf der Polizeiwache in Daveyton eintraf, habe er geweint und aus mehreren Kopfwunden geblutet. Dennoch hätten die Polizisten keinen Krankenwagen gerufen.

Der Fall Macia war durch Videoaufnahmen bekannt geworden, die zeigen, wie der 27-jährige Mosambikaner mit Handschellen an ein Polizeiauto gekettet und durch die Straßen des Townships Daveyton bis zum Revier geschleift wird. Gut zwei Stunden später wurde Macia tot in seiner Zelle aufgefunden. Er hatte unter anderem Schnittwunden sowie Gehirnblutungen erlitten. "Der Verstorbene starb an inneren Verletzungen, die das Ausmaß der angewendeten Gewalt zeigen", zitierte Staatsanwalt Mthimunye die Erklärung eines internen Ermittlers der Polizei.

Angeklagte erklären sich für nicht schuldig

Bei der Anhörung am Montag ging es um die Frage, ob die neun des Mordes beschuldigten Polizisten auf Kaution freikommen. Sie hatten sich am Freitag für nicht schuldig erklärt. Ihren Angaben zufolge wurde Macia angesprochen, weil er sein Taxi auf der falschen Straßenseite geparkt hatte. Daraufhin habe der Mosambikaner einen Polizisten angegriffen. Der Fahrer des Polizeiwagens erklärte, er sei losgefahren, weil sich eine wütende Menschenmenge versammelt habe. Dass Macia an dem Auto festgemacht war, habe er nicht gewusst.

Wie es dazu kam, dass der Taxifahrer an den Wagen gekettet wurde, erklärte keiner der Verdächtigen. Auch die Frage, wie der Festgenommene zu Tode kam, blieb unbeantwortet.

Die Familie des Taxifahrers hat angekündigt, das südafrikanische Polizeiministerium auf Schadenersatz zu verklagen. Macia wurde am Samstag beigesetzt. An der Zeremonie in seinem Heimatort Matola im Süden von Mosambik nahmen etwa 2.000 Menschen teil. (APA, 11.3.2013)

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