Polizist soll Tierschützer verletzt haben: Prozess in Graz

11. März 2013, 12:20
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Anklage wegen Freiheitsentziehung, Körperverletzung und Verleumdung

Graz - Vor dem Hintergrund einer Treibjagd ist es im Dezember 2011 in Graz zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Tierschützer und einem steirischen Polizisten gekommen. Weil der Beamte den Aktivisten angeblich geschlagen und rund 20 Minuten am Boden fixiert hat, musste er sich am Montag im Grazer Straflandesgericht verantworten. Der Polizist fühlte sich in keiner Weise schuldig.

Als zwei Tierschützer im Dezember 2011 Wind von einer Treibjagd an der Stadtgrenze von Graz bekamen, fuhren sie hin. Sie verständigten die Polizei, weil sie meinten, dass hier unerlaubte Dinge stattfinden würden. Doch die Anrufer und die Beamten verfehlten einander, und dann riefen bereits andere Personen die Exekutive zu Hilfe - weil die Tierschützer ihrer Meinung nach "verdächtig" herumschlichen.

Unterschiedliche Versionen

Als die Polizei die Daten der beiden Männer aufnehmen wollten, sollen diese die Auskunft verweigert haben. Die Beamten ihrerseits rückten dafür die Dienstnummer nicht heraus. Was dann genau geschah, konnte das Gericht noch nicht klären, auf jeden Fall fielen im Zuge der Auseinandersetzung ein Polizist und ein Tierschützer zu Boden, anschließend soll sich der Ordnungshüter auf den Aktivisten gesetzt haben und ihn auf diese Weise rund 20 Minuten am Boden fixiert haben.

Der angeklagte Beamte bestritt, seinen Kontrahenten geschlagen zu haben, außerdem sei er nicht auf ihm gesessen, sondern nur über ihm gekniet. "Er ist seit 20 Jahren auf einem kleinen Posten am Land und war mit so einer Situation noch nie konfrontiert", meinte der Verteidiger des Beschuldigten. Die Staatsanwältin sprach von einer "bagatellhaften Alltagssituation, die völlig aus dem Ruder gelaufen ist".

Zuletzt wurden jedenfalls die Tierschützer festgenommen - und zeigten ihrerseits den Polizisten an, wobei ein Teil des Geschehens auch auf Video festgehalten worden war. Das erboste den Angeklagten zusätzlich: "Das ist im Internet breit getreten worden, ich werde als prügelnder Polizist dargestellt." Er fühle sich jedenfalls nicht schuldig. Das Opfer soll erst nächsten Montag angehört werden. Die Verhandlung wurde vertagt. (APA, 11.3.2013)

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