BZÖ-Schenk möglicherweise vor Wechsel zu Stronach

11. März 2013, 11:07
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Stronach-Klubchef Lugar nennt Interessenten aus BZÖ, ÖVP und SPÖ - Schenk dementiert

Die Suche des Team Stronach nach wechselwilligen Nationalratsabgeordneten, um den Klubstatus aufrecht zu erhalten, könnte bald ein Ende haben: Klubobmann Robert Lugar hat Parteichef Frank Stronach eine Liste mit möglichen Kandidaten nach Kanada übermittelt, die dieser Montagnachmittag bewerten will. Ob es schon heute eine Entscheidung geben wird, stehe aber "in den Sternen", sagte Lugar der APA. Die an der Gerüchtebörse immer wieder als Wechselkandidatin genannte BZÖ-Abgeordnete Martina Schenk wollte die Spekulationen am Montag nicht kommentieren - dementierte also auch nicht.

Stronach benötigt nach dem anstehenden Wechsel von Elisabeth Kaufmann-Bruckberger in die niederösterreichische Landesregierung dringend einen weiteren Mandatar, um den Klubstatus im Parlament zu behalten. Stößt der oder die Neue noch vor dem Wechsel Kaufmann-Bruckbergers dazu, ist es egal, aus welcher Partei. Das Team Stronach würde dann auch ohne neuerlichen Antrag auf Klubgründung seinen Klubstatus behalten.

Mögliche Wechselkandidaten

Wie viele Interessenten es sind und um wen es sich handelt, wollte Lugar nicht verraten. Es seien Kandidaten aus BZÖ, ÖVP und SPÖ. Namen, die in den vergangenen Tagen in den Medien kursierten, kommentierte Lugar ebenfalls nicht.

Genannt wurde beispielsweise BZÖ-Mandatarin Martina Schenk - für sie spricht unter anderem, dass das Team Stronach dem Vernehmen nach eine Frau sucht. Mit Kaufmann-Bruckberger fällt ja die einzige weibliche Abgeordnete im Klub weg. Schenk wollte die wiederholten Spekulationen Montagfrüh nicht kommentieren: "Das wurde bereits öfter gesagt. Ich möchte nicht jedes Gerücht kommentieren." Schenk übernahm übrigens erst Anfang Dezember das steirische BZÖ.

Schenk dementiert

Mittlerweile hat Martina Schenk dementiert, dass sie zum Team Stronach überlaufen werde: "Ich wechsle nicht." Grundsätzlich möchte sie aber die Wechselgerüchte nicht kommentieren, zeigte sie sich über wiederholte Spekulationen verärgert. Bündnissprecher Rainer Widmann geht überhaupt "felsenfest" davon aus, dass kein BZÖ-Mandatar zum Team Stronach wechseln wird.

Schenk wurde an der Gerüchtebörse immer wieder als Wechselkandidatin genannt. Er sei übers Wochenende in ständigem Kontakt mit Schenk gestanden, erklärte Widmann. Sie habe ihm versichert, beim BZÖ zu bleiben und sei einfach "stinksauer" darüber, solche Gerüchte kommentieren zu müssen. Das Team Stronach sei für Schenk "kein Thema", meinte Widmann, die geschäftsführende Landesobfrau werde vielmehr im April beim Landesparteitag in der Steiermark antreten.

Auch mit anderen Mandataren habe er gesprochen, sagte Widmann. Um die BZÖ-Abgeordneten Stefan Petzner und Peter Westenthaler gab es ja ebenfalls Gerüchte. Es sei "fast eine Beleidigung", Petzner und Westenthaler zu fragen, ob sie zum Team Stronach wechseln, findet der Bündnissprecher. Er sieht auch keinen Grund, warum irgendjemand aus dem BZÖ zur Neo-Partei überlaufen sollte - schließlich sei man bei der Kärntner Landtagswahl erfolgreich gewesen und werde dieses Ergebnis bei der Nationalratswahl noch toppen.

Ins Spiel gebracht wurden auch wieder die BZÖ-Abgeordneten Stefan Petzner und Peter Westenthaler. Dass er wechselt, stehe nicht zur Diskussion, sagte Petzner Ende vergangener Woche zur APA. Westenthaler hatte Ende Oktober angekündigt, der Politik nach der Nationalratswahl den Rücken zu kehren und auch einen Wechsel zum Team Stronach ausgeschlossen.

Gerüchte um FPÖ-Wechsler

Spekuliert wurde auch rund um die FPK-Männer Martin Strutz, Josef Jury und Maximilian Linder. "Definitiv nicht", meinte Linder am Montag von der APA nach einem Wechsel gefragt. Jury hatte bereits am Wochenende betont: "Mein freiheitliches Herz ist so teuer, dass es sich nicht einmal der Herr Stronach leisten kann." Strutz ist für die APA seit Tagen nicht erreichbar. Gegen Strutz spricht, dass der Nationalrat erst Ende Februar seine Immunität aufgehoben hat. In dem von der Korruptionsstaatsanwaltschaft verfolgten Fall geht es um den Verkauf von Schloss Reifnitz an Stronach, ermittelt wird wegen des Verdachts der Untreue. (APA, 11.3.2013)

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