Österreich ist ein Formel-1-Land

11. März 2013, 10:10
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Bei TV-Reichweiten auf Platz acht unter 200 Ländern - Mehr als Hälfte der Bevölkerung interessiert sich für F1 - Tradition und Red Bull beflügelnde Elemente - ORF als Quotengarant

Österreich ist ein Formel-1-Land. Zu diesem Schluss kommt das internationale Marktanalyseunternehmen Repucom angesichts der aktuellen Eurodata-Zahlen über die besondere Stellung des österreichischen Fernsehmarktes für die Formel 1. Österreich liegt bei der Höhe der TV-Reichweiten auf Rang acht unter den knapp 200 Ländern, in denen die Formel 1 im Jahr 2012 im Fernsehen übertragen wurde.

Veit Wolff, Österreich-Direktor von Repucom (vormals u.a. Sport+Markt), sieht zwei Gründe dafür, dass Österreich über die Saison hinweg so viele Formel-1-Fernsehzuschauer aufbietet. "Der ORF ist ein Quotengarant. Gerade in vielen asiatischen Märkten übertragen nur Sparten- oder Bezahlsender die Formel 1. Und der ORF überträgt sogar alle Qualifyings, was in anderen Ländern oft kleinere Sender übernehmen", erklärte Wolff.

Lange Tradition

Doch allein weil der ORF überträgt, kommen diese hohen Einschaltquoten nicht zustande, ist Wolff überzeugt. "Österreich ist ein Formel-1-Land. Mehr als die Hälfte der Österreicher interessieren sich für die Königsklasse", bezieht sich Wolff auf Studien die zeigen, dass nur in einer Handvoll Länder wie Spanien und Italien das Formel-1-Interesse so hoch ist wie in Österreich. "Zum einen gibt es ja seit Jochen Rindt und Niki Lauda schon eine lange Tradition. Und dann beflügelt natürlich Red Bull als hiesiges Weltmeisterteam die österreichischen Fans", glaubt Wolff.

Die Zahlen belegen auch, warum die weltweit expandierende Formel 1 zwar zunehmend große Geldgeber im außereuropäischen Bereich gefunden hat, bei den kumulierten TV-Reichweiten Europa mit 64,1 Prozent aber nach wie vor die klare Nummer eins ist. Das ist auch der Grund, warum sich die Startzeiten der Rennen in Asien und Australien nach den für Europa günstigen Sendezeiten richten, was wiederum das Zuschauer-Interesse in Europa und damit auch in Österreich zusätzlich beflügelt.

Knapp hinter China

Österreich liegt bei den Märkten mit der höchsten Reichweite für alle offiziellen TV-F1-Formate mit 2,7 Prozent auf Platz acht und damit nur noch knapp hinter China. "Dort sind in der vergangenen Saison die Einschaltquoten deutlich gesunken, sodass es in der Gesamtreichweite nunmehr knapp vor Österreich liegt", erklärte Wolff. Der kommt daher zu dem Schluss: "Mit den treuen Fans und den verlässlich hohen Einschaltquoten ist Österreich ein wichtiger Markt für die Formel 1." 

Reichweiten

Anteil der Kontinente an der kumulierten Formel-1-TV-Reichweite 2012 weltweit: Europa 64,1 Prozent, Afrika & Mittlerer Osten 9,5 Prozent, Asien & Pazifik 10,3 Prozent, Nordamerika 2,2 Prozent und Zentral- & Südamerika 13,9 Prozent.

Märkte mit der höchsten Reichweite für alle offiziellen F1-TV-Formate der Saison 2012: 1. Deutschland 14,9 Prozent, 2. Brasilien 10,9 Prozent, 3. Spanien 10,1 Prozent, 4. Italien 10 Prozent, 5. Frankreich 8,7 Prozent, 6. Großbritannien 7,3 Prozent, 7. China 3,0 Prozent, 8. Österreich 2,7 Prozent, 9. Südkorea 1,8 Prozent, üÜbrige Länder weltweit 30,6 Prozent.

Methodik: live, Re-Live, Wiederholungen, Highlights, Training, Qualifying, Rennen & F1 Magazine (keine Berichterstattung in Nachrichtensendungen, nur die offiziellen F1-Sendeformate), Quelle: Eurodata. (APA, 11.3.2013)

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    Formel-1-Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel drehte im Dezember mit seinem RB8-Rennwagen eine Ehrenrunde in der Grazer Innenstadt.

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