Wolfgang Nolz wird neuer Kapitalmarktbeauftragter

11. März 2013, 18:13
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Wien - Das kam überraschend - auch für Wolfgang Nolz selbst. Der 70-jährige Jurist und langjährige Sektionsleiter übernimmt mit 11. März das Amt des Kapitalmarktbeauftragten im Bundesministerium für Finanzen. Er tritt damit die Nachfolge von Richard Schenz an, der Ende 2012 zurückgetreten war. Nolz geht zwar im August als Spitzenbeamter in Pension, soll nach dem Willen von Fekter aber auch dann Kapitalmarktberater bleiben.

Am Montag wurde Nolz bei einer Pressekonferenz in seiner neuen Position offiziell vorgestellt. Gemeinsam mit Finanzministerin Maria Fekter präsentierte der Sektionschef ein Zwölf-Punkte-Programm, das die künftige Ausrichtung in Kapitalmarktangelegenheiten skizziert. "Wolfgang Nolz bringt hierbei eine Expertise mit, die österreichweit einzigartig ist", so die Ministerin.

Als erster Arbeitsauftrag in seiner neuen Funktion stehe die Novelle zur Zukunftsvorsorge an. In den nächsten drei Wochen sollen alle Beteiligten an einen runden Tisch, um bis zum Sommer ein neues Gesetz stehen zu haben. Ebenso weit oben auf der Agenda steht die Aufrechterhaltung des heimischen Bankgeheimnisses. "Es gilt, das österreichische Bankgeheimnis zu verteidigen. Das hat Tradition", stellte Fekter klar.

Des Weiteren wolle man alternative Finanzierungsmodelle forcieren. Crowd-Financing (Stichwort: Heini Staudinger) gewinne sowohl für Unternehmer als auch Investoren zunehmend an Bedeutung. Nolz habe diesbezüglich bereits "Ideen", wie diese aussehen, ließ er allerdings offen. Das Zwölf-Punkte-Programm sieht zudem vor, die schwächelnde Wiener Börse zu stärken.

Mit Spannung wird nun die Nachfolge von Nolz als Sektionschef für Zölle, Organisation und internationale Steuerangelegenheiten erwartet. Gute Karten auf den Posten soll der Generalsekretär im Finanzministerium und Leiter der Präsidialsektion, Hans-Georg Kramer, haben. Die Ausschreibung sei auf ihn zugeschnitten, meinen Eingeweihte. Auch betreffend Kramer-Nachfolge wird bereits eifrig spekuliert: Fekter soll ihren derzeitigen Kabinettschef Gerhard Zotter für den Posten favorisieren. Er war vor kurzem als Vorstand der Finanzmarktaufsicht im Gespräch. (josa, as)

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    Wolfgang Nolz bleibt im Dienste der Republik.

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