US-Firmen parken Milliarden in Steueroasen

11. März 2013, 09:50
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60 große US-Firmen haben im vergangenen Jahr insgesamt 166 Milliarden Dollar im Ausland deponiert

Washington - US-Unternehmen parken einen immer größeren Teil ihrer Gewinne in ausländischen Steuerparadiesen. Das "Wall Street Journal" berichtete am Montag unter Berufung auf eine eigene Analyse 60 großer US-Firmen, diese hätten im vergangenen Jahr insgesamt 166 Mrd. Dollar (126,8 Mrd. Euro) im Ausland deponiert. Damit hätten sie dem US-Fiskus mehr als 40 Prozent ihrer jährlichen Gewinne vorenthalten. Jedes der für die Analyse ausgewählten Unternehmen habe im Jahr 2011 mindestens 5 Mrd. Dollar ins Ausland ausgelagert.

Die Unternehmenspraxis ist auf US-Steuergesetze zurückzuführen, die es erlauben, die von ausländischen Tochterfirmen gemachten Gewinne nicht zu versteuern. Voraussetzung ist, dass das Geld nicht in die USA zurückgebracht wird. Die Steuer-Vermeidungspraktiken von US-Firmen wie Google, Amazon und Starbucks hatten in den vergangenen Monaten in europäischen Ländern für Proteste gesorgt.

OECD will Schlupflöcher schließen

Im internationalen Investmentgeschäft sind Barbados, Bermuda und die British Virgin Islands Großmächte. 4,5 Prozent aller weltweiten Auslandsinvestitionen stammen aus den drei Karibikinseln. Das ist mehr, als Investoren aus Deutschland oder Japan in ausländische Unternehmen anlegen. Die Karibik lockt Besucher bekanntlich nicht nur mit vielen Sonnentagen, sondern auch mit niedrigen Steuern für global operierende Briefkastenfirmen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) unternimmt indes einen Anlauf, um internationale Steuerschlupflöcher für Konzerne zu schließen. In einem jüngst vorgestellten Bericht (siehe dazu: OECD attackiert Steuerschlupflöcher der Konzerne) fordert die Pariser Organisation erstmals eine umfassende Reform international gängiger Standards auf dem Gebiet des Unternehmenssteuerrechts. (APA/red, derStandard.at, 11.3.2013)

 

  • So transparent wie diese Oase an einem Hamburger Museum sind Steueroasen üblicherweise nicht.
    foto: epa/gambarini

    So transparent wie diese Oase an einem Hamburger Museum sind Steueroasen üblicherweise nicht.

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