Konklave: Erstes Rauchzeichen über der Sixtina um 12 Uhr

10. März 2013, 18:46
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Im Papst-Konklave gibt es täglich zwei Wahlgänge am Vor- und Nachmittag

Ohne klaren Favoriten beginnt am Dienstagabend in Rom das Konklave zur Wahl des neuen Papstes. Die 115 wahlberechtigten Kardinäle beziehen am Morgen ihre durch das Los ermittelten Zimmer im Gästehaus Santa Marta. Für zehn Uhr ist eine Messe im Petersdom angesetzt, um 16.30 Uhr sollen die Kardinäle in einer feierlichen Prozession in die Sixtinische Kapelle einziehen. Anschließend beginnt der erste Wahlgang.

Am Wochenende montierten Arbeiter auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle den Kamin, aus dem je nach Ergebnis weißer oder schwarzer Rauch aufsteigt. Ab Dienstag finden bis zur Kür des Nachfolgers von Benedikt XVI. täglich zwei Wahlgänge statt, deren Ergebnisse jeweils um zwölf und um 19 Uhr erwartet werden.

Italienische Medien nannten am Sonntag den Mailänder Erzbischof Angelo Scola (71) und den deutschstämmigen Brasilianer Odilo Pedro Scherer (68) als Favoriten. Der Erzbischof von São Paulo gilt als Kandidat der römischen Kurie. Mit Scola könnte nach 35 Jahren wieder ein Italiener die Führung der katholischen Kirche übernehmen. Obwohl das Kardinalskollegium nicht mehr in klare Lager von Konservativen und Progressiven geteilt ist, gehört Scola zu den Reformern, die für Änderungen in der Kurie eintreten.

Zahlreiche Kardinäle nutzten bei den Kongregationen der vergangenen Tage die Gelegenheit, sich von der dreiköpfigen Vatileaks-Untersuchungskommission über Intrigen in der Kurie informieren zu lassen. Der Brasilianer João Braz De Aviz wurde für seinen energischen Ruf nach einer tiefgreifenden Reform mit lebhaftem Beifall bedacht.

Neben Scola und Scherer werden auch der Kanadier Marc Ouellet und der Erzbischof von New York, Timothy Dolan, genannt. Zieht sich das Konklave in die Länge, könnte die Stunde der Außenseiter schlagen. Dazu zählen die Medien den Mexikaner José Francisco Robles Ortega, den Argentinier Jorge Bergoglio, den Singalesen Malcolm Rajith und Christoph Schönborn. In einer Corriere-Umfrage unter acht prominenten Experten lag hingegen der Erzbischof von Boston, Sean Patrick O'Malley, deutlich vor Scherer und Scola. (Gerhard Mumelter, DER STANDARD, 11.3.2013)

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    Der Mailänder Angelo Scola (hier bei einer Messe am Sonntag in Rom) wird als einer der Favoriten gehandelt.

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