Deserteursdenkmal: Grüne fordern doppeltes Budget

10. März 2013, 18:01
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Die geplanten 220.000 Euro reichten "hinten und vorn" nicht, sagt Grünen-Obfrau Glawischnig

Wien - 60 Prozent der heimischen Bürger wollen einen "starken Mann", jeder zweite gäbe der NSDAP bei Wahlen Chancen: Internationale Medien wie die Agentur Reuters und die israelische Zeitung Haaretz griffen die vom Standard am Wochenende publizierte Umfrage auf. Dabei bemüht sich das offizielle Österreich gerade dieser Tage um ein besseres Image - mit vielen Gedenkveranstaltungen zum "Anschluss" an Hitler-Deutschland von 1938.

Form und Rahmen der Feierlichkeiten seien in Ordnung, meint Grünen-Chefin Eva Glawischnig, aber um ihren Ernst zu beweisen, "muss die Regierung auch konkrete Schritte setzen". Einer biete sich am Wiener Ballhausplatz an, wo das "Deserteursdenkmal" zu Ehren der Verfolgten der NS-Militärjustiz stehen soll. Die von der rot-grünen Stadtregierung fixierten 220.000 Euro reichten "hinten und vorn" nicht, sagt Glawischnig und fordert die Bundesregierung auf, das Budget auf 500.000 Euro aufzustocken.

Weiteres Versäumnis, das die Grünen anprangern: Weil die öffentliche Hand knausert, gab es seit September 2012 keine Frauen mehr, die Gedenkdienst in Yad Vashem bei Jerusalem oder an anderen Holocaust-Erinnerungsstätten absolvierten - Chance haben de facto nur Männer, die dort den geförderten Zivildienst ableisten. Ein stabiles Finanzierungsmodell für einen gleichberechtigten Zugang verlangt Glawischnig. Um Unsummen geht es nicht: Im Vorjahr kostete der Gedenkdienst den Bund 740.000 Euro. (jo, DER STANDARD, 11.3.3013)

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