Kein Wort zur Polizei

10. März 2013, 17:40
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Staatsgewalt in Form von Streifenbeamten scheint der Schlagersänger nicht sehr zu schätzen

Das mit dem Hotelzimmer-Zerstören, sagt Heino, habe er sich abgewöhnt. Nachvollziehbar, immerhin ist der blonde Volksmusikbarde auch nicht mehr der Jüngste. Verwunderlich ist es trotzdem: Der gepflegte Interpret von Evergreens wie Blau blüht der Enzian - nur ein schnöder Rock-'n' -Roll-Vandale? Unlängst hat Heino ein Album mit Coverversionen von Hip-Hop- und Rock-Songs veröffentlicht, und am Samstag in der ARD-Sendung Verstehen Sie Spaß? bot sich wiederum ein ganz neues Bild des Schlagerhelden.

Noch bevor im Studio ein Foto von ihm und seinem Spezi Mick Jagger eingeblendet wurde, zeigte die versteckte Kamera, wie Heino in eine Polizeikontrolle geraten war. Kurz zuvor hatten er und sein Manager eine schwangere Frau und ihren Freund per Anhalter mitgenommen, jetzt wird ihnen klar: Die zwei waren Bankräuber auf der Flucht. Der Manager findet den Polizeibeamten einen "ganz unangenehmen Zeitgenossen". Heino ungerührt: "Die sind so." Man kennt den sonnenbebrillten Schlagersänger als mindestens konservativ, auch hat er einmal eine Schallplatte mit allen drei Strophen des Deutschlandliedes veröffentlicht.

Staatsgewalt in Form von Streifenbeamten scheint er allerdings nicht sehr zu schätzen. "Am besten gar nichts" solle man den Polizisten sagen, raunt er seinem Manager zu. Und lügt diesen kaltblütig ins Gesicht. Nichts Auffälliges habe man gesehen, keinerlei Anhalter mitgenommen. Nö, nö. Ja, gut, die schwangere Frau schon - aber bitte, als netter Barde kann man doch nicht einfach vorbeifahren. Und wem diese Tasche am Rücksitz gehöre? Heino zeigt mit dem Finger auf seinen Manager. So etwas nennt man wohl einen Imagewechsel. (Andrea Heinz, DER STANDARD, 11.3.2013)

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