Streit um Morphin: Mikl-Leitner plant neuen Vorstoß

10. März 2013, 18:24
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Knapp 17.000 Menschen sind in Österreich in Substitutionsbehandlung. 55 Prozent der meist von Opiaten abhängigen Patienten bekommen Kapseln oder Tabletten mit retardiertem Morphin, 21 Prozent das mit Sirup und Wasser versetzte Methadon, 18 Prozent das ebenfalls in Ta blettenform verabreichte Buprenorphin.

Während Ärzte unterschiedliche Prioritäten setzen, hat die Polizei eine eindeutige Meinung: Immer mehr Bezieher machten das beliebte Morphin am Schwarzmarkt zu Geld und stillten ihre Sucht dann mit minderwertigem Stoff. Als Beleg nennt die Exekutive die stark gestiegene Zahl der Anzeigen, die aber auch an schärferen Kontrollen liegen kann. Unter den beschlagnahmten Mitteln ist Morphin mit 57,8 Prozent kaum überrepräsentiert.

Laut Polizei wird das Medikament sonst nur in Bulgarien und Slowenien verwendet, die Wiener Suchthilfe nennt noch Luxemburg, Frankreich und die Schweiz. Ob Österreich damit Vorreiter ist oder hinterherhinkt, ist eine Frage, die Experten und Innenministerin trennt. Letztere plant einen neuen Vorstoß, um Morphin zurückzudrängen. (jo/DER STANDARD, 11.3.2013)

 

 

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