Nach Protesten: McDonald's-Kampagne mit Wurstsemmel läuft aus

11. März 2013, 12:36
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Werbung zeigt Semmel nur mit Gurkerl um einen Euro in Vergleich zu dickem Burger zum selben Preis - Fleischhauer fordern öffentliche Entschuldigung

Wien - Mit seiner Preisvergleich-Plakatwerbung zwischen der in Österreich besonders beliebten Wurstsemmel und einem Billig-Burger um einen Euro hat McDonald's hierzulande offenbar auf Granit gebissen. Nach Protesten von Fleischhauern und im Internet lässt der Fast-Food-Konzern die Plakatwerbung auslaufen, berichtet die "Kronen Zeitung". Das Sujet zeigt eine Wurstsemmel um einen Euro - allerdings ohne Wurst, nur mit Gurkerl; der Burger daneben sieht weit größer aus.

"Um einen Euro gibt es bei uns mehr als ein leeres Semmerl mit Gurkerl. Doch das wird suggeriert", zitiert die "Krone" NÖ-Fleischer-Innungsmeister Rudolf Menzl. Eine McDonald's-Sprecherin sagt darauf: "Wir wollte die Fleischer nicht beleidigen. Wert und Qualität der Wurstsemmel sind unbestritten."

Öffentliche Entschuldigung gefordert

"Beweisfotos", vornehmlich von Fleischhauern, gibt es auf der österreichischen Facebook-Seite des Fast-Food-Konzerns. Die über 100 österreichischen "Bonusfleischer" mit Zentrale in Steyregg (Bezirk Urfahr-Umgebung) wollen "eine öffentliche Entschuldigung", bekräftigte der Sprecher der Gemeinschaft, Karl Wegschaider, im Gespräch mit der APA. "Für das österreichische Fleischerhandwerk war diese Aktion eine Frechheit."

McDonald's hat die Fernseh- und Plakatwerbung wegen heftiger Proteste im Internet bereits eingestellt. Das sei ein erster Erfolg. Auch ein E-Mail, in dem der Konzern sein Bedauern ausdrückt, habe er bekommen, so Wegschaider. Doch der Imageschaden sei da, der lasse sich "mit der Einstellung alleine nicht wegzaubern". Er sei gerade dabei, mit der Wirtschaftskammer abzuklären, ob man gemeinsam einen Schritt weiter gehen will.

Der Gruppensprecher denkt an eine öffentliche Entschuldigung der Fast-Food-Kette in etwa im Ausmaß der Kampagne, zumindest aber in einer österreichweit erscheinenden Zeitung. Das genaue Vorgehen werde noch mit einem Anwalt beraten. "Ich denke, dass wir zeigen sollten, dass Kleine gemeinsam gegen Große Erfolg haben können", sagte Wegschaider. (APA/red, derStandard.at, 10.3.2013)

  • Geht es nach Fleischhauern, gibt's um einen Euro auch Wurst zur Gurkerl-Semmel.
    foto: standard/cremer

    Geht es nach Fleischhauern, gibt's um einen Euro auch Wurst zur Gurkerl-Semmel.

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