Deutscher Kinderpfleger soll betäubte Patientinnen missbraucht haben

9. März 2013, 15:10
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Videoaufnahmen zeigten den Missbrauch von zwei Patientinnen

Hildesheim - Ein Kinderkrankenpfleger soll auf einer Kinderstation des Klinikums Hildesheim wehrlose Mädchen sexuell missbraucht und sie dabei gefilmt haben. Die Taten sind auf DVDs zu sehen, die bei dem Mann gefunden wurden. Wie viele Opfer es gibt, war zunächst unklar. Der 35-Jährige Pfleger sitze seit Donnerstag in Untersuchungshaft, teilten die Ermittler mit.

Der Mann soll die Verbrechen begangen haben, als die jungen Mädchen unter dem Einfluss von Medikamenten standen. Videoaufnahmen zeigten den Missbrauch von zwei Patientinnen, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Thomas Pfleiderer. Dies sei aber vermutlich nur um die Spitze eines Eisberges, denn es müssten noch zahlreiche Datenträger ausgewertet werden. Es sei unwahrscheinlich, dass nur die erste der bisher entdeckten DVDs Missbrauchshandlungen zeige. "Die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang", sagte der Staatsanwalt.

Datenmaterial sichergestellt

Der Krankenpfleger schweigt bisher zu den Vorwürfen. Der Mann war mehrere Jahre lang im Hildesheimer Klinikum tätig und hatte dort teilweise alleine Nachtschicht auf der Kinderstation. Dort waren nach Angaben der Klinikleitung Patienten im Alter von etwa zehn bis 17 Jahren untergebracht.

Die Fahnder waren dem Mann auf die Spur gekommen, als sie im Zusammenhang mit einem anderen Ermittlungsverfahren Datenmaterial bei ihm sicherstellen. Bei der Auswertung stießen sie auf die ersten Videos, die den Missbrauch der zwei Mädchen zeigten. Die Opfer sind bisher nicht identifiziert, sagte der Staatsanwalt. Ihre Gesichter waren abgedeckt.

Krisenstab in Klinik gebildet

Die Ermittler vermuten, dass sich die bisher entdeckten Verbrechen 2009 ereigneten, weil das Hildesheimer Klinikum damals noch in einem inzwischen abgerissenen Altbau untergebracht war.

Der Ärztliche Direktor des Klinikums, Prof. Axel Richter, sagte, die Klinik habe einen Krisenstab gebildet und ein Notfalltelefon eingerichtet. Klinik und Ermittler gehen davon aus, dass sich zahlreiche verunsicherte Familien von jungen Patientinnen melden werden, die in der Vergangenheit im Klinikum behandelt wurden. (APA, 9.3.2013)

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