40.000 Mängel am Berliner Hauptstadtflughafen

9. März 2013, 12:56
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Doppelt so viel wie bisher angenommen - Wowereit will "Probleme lösen"

Berlin - Die Zahl der Mängel am neuen Hauptstadtflughafen ist möglicherweise doppelt so hoch wie bislang angenommen. Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet von bis zu 40.000 Mängeln und beruft sich dabei auf den Fortschrittsbericht zur Baustelle. Ein Flughafensprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa am Samstag, dass ihm diese Zahl nicht bekannt sei. Solche Zahlen seien zudem immer irreführend. "Das entscheidende Problem ist und bleibt die Brandschutzanlage."

In dem Bericht sollen alle relevanten Punkte zusammengefasst werden. Dort sind allerdings auch kleinste Mängel wie ein Sprung in einer Fliese aufgelistet. Zuletzt war von 20.000 Defiziten die Rede gewesen.

"Müssen Probleme lösen"

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erwartet vom neuen Chef des künftigen Berliner Flughafens, Hartmut Mehdorn, vor allem eine schnellere Fertigstellung des Pannen-Flughafens. "Wir müssen Probleme lösen und nicht nur beschreiben, und da kann Mehdorn Impulse geben", sagte Wowereit am Samstag im RBB-Inforadio. Beim Brandschutz und den Mängeln am Bau müsse es jetzt um die Umsetzung gehen. Zugleich äußerte der SPD-Politiker Verständnis für kritische Äußerungen zur Berufung des früheren Bahnchefs. Ihm sei klar gewesen, dass "eine Reizfigur wie Hartmut Mehdorn nicht nur Applaus auslösen wird".

Mehdorn sei für die gegenwärtige Krisensituation als Übergangschef berufen worden, sagte Wowereit. Mehdorn "bleibt ja auch nicht für zehn Jahre, sondern er hat einen Dreijahresvertrag unterschrieben mit dem klaren Auftrag, den Flughafen fertigzustellen. So sieht er selbst das auch, somit ist das eine Entscheidung für die Krisensituation", sagte Wowereit.

Beim Thema Randzeiten bekräftigte Wowereit die Berliner Position, das Nachtflugverbot nicht so auszuweiten, wie es Brandenburg jetzt wolle. Das sei früher gemeinsame Position aller drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund gewesen. "Und die brandenburgischen Behörden haben das bewilligt." Zudem habe auch Mehdorn deutlich gemacht, dass der Flughafen diese Randzeiten brauche. "Oder wir müssen daraus einen Provinzflughafen machen und auf die großen Pläne der Verkehrsdrehkreuze verzichten. Das ist aber nicht die Strategie der BER-Gesellschafter, wie sie bisher verfochten wurde." (APA, 9.3.2013)

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