Gedenken ist zu wenig

8. März 2013, 18:28
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Grüne legen Liste an "Baustellen" vor

Die Grünen halten zwar die verschiedenen Gedenkveranstaltungen anlässlich 75 Jahre "Anschluss" Österreichs an Hitler-Deutschland für "gut und richtig", kritisieren aber gleichzeitig, dass "keine Taten folgen". Die Abgeordneten Albert Steinhauser und Harald Walser benennen mehrere noch immer offene "Baustellen". So wird einmal mehr die völlige Neugestaltung der Krypta am Wiener Heldenplatz eingefordert. Die Justizopfer-Gedenkstätte am Wiener Zentralfriedhof, die am Montag eingeweiht wird, nennt Walser "bestenfalls eine Schmalspurvariante".

Bei den jüdischen Friedhöfen will man den Bund in die Pflicht nehmen. Denn, sagt Steinhauser: Zwei Jahre nach dem Nationalratsbeschluss sei kaum etwas saniert, da die Gemeinden sich verpflichten müssten, die Erhaltung zu bezahlen. Das habe die Republik zu übernehmen - wie bei den Kriegsgräbern. Kritisch wird auch das neue Staatsbürgerschaftgesetz gesehen. Konkret sollen Nachkommen von zwangsweise ausgebürgerten Verfolgten der Zugang zur Staatsbürgerschaft erleichtert werden. Und dann ist da noch die Opferfürsorge. Dort gebe es zwar eine Einmalzahlung von 2.000 Euro für Kinder etwa von Deserteuren, die Republik kommuniziere das aber praktisch nicht. (DER STANDARD, 9./10. 3. 2013)

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