Dortmunds Eurofighter landen in Gelsenkirchen

8. März 2013, 17:41
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142. Revierderby mit einem Fuchs auf der Bank - Bayern wollen weiter Vollgas geben - Hoffenheim und Fürth um letzte Chance

Gelsenkirchen - Obwohl beide momentan auf internationaler Fußball-Bühne im Rampenlicht stehen, hat das Bundesliga-Duell zwischen den Erzrivalen Schalke 04 und Borussia Dortmund nichts an Brisanz verloren. Am Samstag treffen die Nachbarn in Gelsenkirchen aufeinander. Es geht um Prestige und insbesonders die um Europa kämpfenden Schalker auch um Punkte - die Bedeutung der Partie für das Titelrennen hält sich aufgrund des klaren Bayern-Vorsprungs dagegen in Grenzen.

Darunter leidet die Motivation beider Vereine allerdings nicht. "Wir haben nach der Schmach aus dem Hinspiel etwas gutzumachen", tönte Dortmund-Kapitän Sebastian Kehl mit Bezug auf die 1:2-Heimniederlage am 20. Oktober 2012. "Es bietet sich die Möglichkeit, etwas mehr Abstand zu schaffen zu den Plätzen, die wir nicht mehr als Erfolg akzeptieren würden", fügte sein Trainer Jürgen Klopp hinzu.

Nach Siegen gegen Hannover und Donezk will der Tabellenzweite die schwierige Woche mit einem weiteren Erfolgserlebnis glanzvoll abschließen und der neuerlichen Qualifikation für die Champions League ein Stück näher kommen. Die Schalker liebäugeln nach einem 2:1 über Düsseldorf und dem 4:1 in Wolfsburg ebenfalls wieder mit der Königsklasse, zwei Punkte fehlen derzeit auf den Tabellenvierten Frankfurt. Christian Fuchs dürfte nach überstandenen Rückenproblemen wohl auf der Bank sitzen.

Es dürfte geschlägert werden

Neben der sportlichen Rivalität birgt vor dem 142. Revierderby besonders die Gewaltproblematik Brisanz. Die Massenschlägerei zwischen Krawallmachern aus beiden Lagern schon drei Tage vor dem Spiel am Dortmunder Flughafen lässt wie die unguten Erinnerungen an die Ausschreitungen im Herbst wieder schlimme Befürchtungen aufkommen. Klopp: "Wenn sich Menschen prügeln, geht mein Verständnis gegen Null. Wut und die Gewalt kann ich nicht nachvollziehen. Ich verabscheue Gewalt rund um Fußball."

Bei der Gelsenkirchener Polizei gibt sich der Einsatzleiter ohnehin keinen Illusionen hin: "Wenn einer ernsthaft Randale sucht, wird es schwer sein, es ganz zu verhindern." Immerhin hat seine Behörde für das Derby das Personalkontingent erheblich erhöht.

Bayern ohne Rücksichten auf Arsenal

Unerreichbar sind die Bayern, die 17 Punkte Vorsprung auf Dortmund haben und gegen Fortuna Düsseldorf für das Champions-League-Rückspiel gegen Arsenal proben. "Natürlich ist das Spiel am Samstag auch wichtig für den nächsten Mittwoch, aber daran denken wir im Moment nicht. Wir wollen in der Liga weiter so marschieren und nicht nachlassen", sagte Trainer Jupp Heynckes.

Der 67-Jährige wird gegen den Aufsteiger also wohl nicht groß rotieren, um vor dem Rückspiel gegen die Engländer am Mittwoch den Rhythmus nicht zu verlieren. Eine Überlegung sei allerdings, den in der CL gesperrten Bastian Schweinsteiger gegen die Fortuna durch Luiz Gustavo zu ersetzen, um dem Brasilianer an der Seite von Javi Martínez Spielpraxis zu geben.

Bremen gegen Krise, Fürth und Hoffenheim gegen Abstieg

Werder Bremen kämpft auswärts gegen Borussia Mönchengladbach gegen die Krise, muss dabei aber auf den gesperrten Sebastian Prödl verzichten. Immerhin kann Trainer Schaaf aber auf seinen Regisseur Kevin de Bruyne bauen. Der 21 Jahre alte Belgier hat seine Probleme an der Patellasehne im linken Knie überwunden und am Freitag ohne Probleme mit der Mannschaft trainiert. 

1899 Hoffenheim droht im Falle einer Niederlage im Kellerduell bei der SpVgg Greuther Fürth der Absturz auf den letzten Tabellenplatz. Auch für den zu Hause noch sieglosen Aufsteiger ist es die letzte Chance, den Klassenerhalt im Blick zu behalten. "Es wird die Mannschaft gewinnen, die mit dieser besonderen mentalen Situation am besten umgehen kann", orakelte 1899-Trainer Marco Kurz. Angesichts von fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz wäre alles andere als ein Sieg in Fürth ein großer Schritt in Richtung 2. Liga. "Ich spüre noch die Überzeugung, dass wir es schaffen können", sagte Manager Andreas Müller: "Auch wenn sich der Rest der Republik unseren Abstieg wünscht."

Der FSV Mainz 05 mit Andreas Ivanschitz und Julian Baumgartlinger empfängt die drittplatzierten Leverkusener. Erst am Sonntag sind Martin Harnik und Raphael Holzhauser mit Stuttgart daheim gegen den Hamburger SV im Einsatz. (red/sid/APA - 8.3. 2013)

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