"Wehrdienst macht die Jungen männlicher"

8. März 2013, 16:40
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"Damit meine ich das Verhalten, die Stimme, den Oberkörper, die Haltung", so der deutsche Verteidigungsminister

Dresden - Der Wehrdienst in Deutschland ist nach Überzeugung des deutschen Verteidigungsministers Thomas de Maiziere (CDU) dazu geeignet, junge Rekruten männlicher zu machen. "Ich spreche davon, dass die Jungs plötzlich männlicher werden", sagte er in dem Interviewbuch "Damit der Staat den Menschen dient", aus dem die "Sächsische Zeitung" (Samstagsausgabe) vorabzitierte. "Das bestätigen mir nicht nur meine Erfahrungen mit einem unserer Söhne, der bei der Bundeswehr war, sondern auch mit vielen anderen."

Was heißt "männlicher"?

"Damit meine ich das Verhalten, die Stimme, den Oberkörper, die Haltung", sagte der CDU-Politiker. "Nicht immer, nicht überall, aber ganz viel", fügte er hinzu. Aber auch junge Frauen, die seit geraumer Zeit Karriere beim Heer machen können, seien beim Wehrdienst willkommen. "Die jungen Frauen sind klasse, fachlich oft besser und körperlich voll einsatzfähig. Auch in die höheren Dienstgrade wachsen sie jetzt schnell hinein." Dabei ließ er offen, ob auch die Frauen "vermännlicht" aus dem Dienst an der Waffe hervorgehen würden.

Dienst an der Waffe allen empfohlen

Er empfehle auch den Kindern von FreundInnen den Dienst an der Waffe, fügte de Maiziere hinzu. "Ich sage denen schnörkellos, sie sollen zur Bundeswehrkommen, auch freiwilligen Wehrdienst machen." Auch der Bundesfreiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr kämen in Frage. "Es schadet nichts - gerade in der jetzigen Generation, die viel an Chillen und Karriere denkt - auch mal an Dienen zu denken und Dienen zu erleben." Er fügte hinzu: "Ob das dann die Pflege im Hospiz ist oder als freiwilliger Wehrdienstleistender - das finde ich beides wichtig."

Eltern als Bedenkenträger in Sachen Afghanistan-Einsatz

Es seien häufig die Eltern, die vor einem Einsatz in Afghanistan warnten, sagte de Maiziere weiter. Dieses "Nicht nach Afghanistan" komme von den Eltern, Bekannten und Freunden, "nicht von den Jungs selbst". Es sei aberkeineswegs so, dass die Jungen da "mit wehenden Fahnen" hin wollten. "Diemeisten sehen dem einfach entschlossen ins Auge und sagen, das gehört jetztdazu." Das finde er "toll" an dieser Generation, sagte der Minister. "Das imponiert mir." (APA/red, dieStandard.at, 8.3.2013)

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    foto: reuters
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