Wegweiser durch die studentische Elternschaft

8. März 2013, 15:15
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Der Studienalltag mit Kind gestaltet sich teilweise schwierig. Die Bürokratie rund um Förderungen für junge Eltern und deren Beantragung wirft oftmals Fragen auf

Frage: Müssen Studierende mit Kind Studiengebühren zahlen?

Antwort: Studierende mit EU-Staatsbürgerschaft zahlen für ihr Studium, wenn sie innerhalb der Mindestzeit plus zwei Toleranzsemester sind, keine Studiengebühren. Wird die vorgesehene Studienzeit überschritten, muss gezahlt werden. Studierende Eltern müssen für die Semester, in denen sie mehr als zwei Monate durch Schwangerschaft am Studium gehindert wurden oder die Betreuung von Kindern bis zum siebenten Geburtstag übernommen haben, nichts zahlen.

Frage: Bekommen Studierende mit Kind automatisch Studienbeihilfe?

Antwort: Anspruch auf Studienbeihilfe haben alle Studierenden, die die Studienkosten nicht selbst tragen und einen "günstigen Studienerfolg" nachweisen können. Wenn Studierende mit Kind Studienbeihilfe erhalten, bekommen sie einen monatlichen Zuschlag von 67 Euro für jedes Kind. Für studierende Eltern verlängert sich außerdem die Anspruchsdauer der Studienbeihilfe bei Schwangerschaft um ein Semester, bei Betreuungspflichten eines Kindes vor dem siebenten Geburtstag um höchstens zwei Semester.

Frage: Wie beeinträchtigen Kinder die eigene Familienbeihilfe?

Antwort: Studierende, die während ihres Anspruchs auf Familienbeihilfe ein Kind bekommen, werden begünstigt. So setzt die Semesterzählung während des Mutterschutzes und der Pflege des eigenen Kindes bis zum zweiten Geburtstag für die Familienbeihilfe aus. Weiters erhöht sich die Altersgrenze der Familienbeihilfe bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, wenn bis dahin eine Schwangerschaft bestanden hat.

Frage: Wie können Kinder von Studierenden versichert werden?

Antwort: Studierende können bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres bei den Eltern mitversichert sein, sofern sie ihr Studium ernsthaft und zielstrebig betreiben. Studierende mit Kind können dieses ebenso bei den (Groß-)Eltern mitversichern, wenn das Kind mit seinen Großeltern in einem Haushalt lebt. Als Beleg muss dafür ein Meldezettel vorgelegt werden. Besteht eine Pflicht- oder Selbstversicherung, kann das Kind dort mitversichert werden.

Frage: Kann man sich wegen Betreuungspflichten beurlauben lassen?

Antwort: Eine Beurlaubung durch die Uni ist nur in gesetzlich aufgezählten Fällen möglich, darunter fallen unter anderem Kinderbetreuung und Schwangerschaft. Während der Beurlaubung bekommt man keine Studien- oder Familienbeihilfe.

Frage: Welche Förderungen der ÖH gibt es für Studierende mit Kind?

Antwort: Für Studierende, die sich in einer finanziellen Notlage befinden, gibt es einmalige Unterstützungen durch die ÖH. Die Voraussetzungen: soziale Bedürftigkeit sowie dass man nicht mehr bei den Eltern wohnt und keine Studienbeihilfe bezieht. Für studierende Eltern gibt es zusätzlich einen Kinderbetreuungs- und einen Kinderfonds. Ersterer soll Kosten für die Kinderbetreuung ersetzen und Letzterer " unerwartete einmalige Ausgaben" für das Kind bezahlen. Die Unterstützung gibt es pro Kind nur einmal. (Oona Kroisleitner und Selina Thaler, DER STANDARD, 7.3.3013)

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