Genaue Entfernung der Großen Magellanschen Wolke wichtig für Vermessung des Universums

9. März 2013, 11:00
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Messergebnis von 163.000 Lichtjahren ist auf zwei Prozent genau

Heidelberg - Das Universum zu vermessen ist ein gelinde gesagt ambitioniertes Projekt. Damit es überhaupt Aussichten auf Erfolg hat, muss sehr genau vorgegangen werden, und das beginnt in relativer Nähe: Astronomen verwenden nahegelegene Objekte als sogenannte "Standardkerzen", um von ihnen auf die Abstände zu noch weiter entfernten Objekten im Kosmos zu schließen. Fehler und Ungenauigkeiten würden sich potenzieren. Die gesamte Kette der kosmischen Entfernungsleiter ist nur so präzise wie ihr schwächstes Glied, wie es das Max-Planck-Institut für Astronomie ausdrückt.

Daher ist es von großer Bedeutung, dass es nun gelungen ist, die Entfernung der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie unserer Milchstraße, exakt zu bestimmen. Sorgfältige Analysen der Beobachtungen einer seltenen Klasse von Doppelsternen haben einem Astronomenteam erlaubt, einen präzisen Wert für die Entfernung der Großen Magellanschen Wolke zu ermitteln: 163.000 Lichtjahre. Dieses Ergebnis ist auf zwei Prozent genau, wie Wolfgang Gieren von der Universidad de Concepción in Chile erklärte. Dariusz Graczyk, Zweitautor der in "Nature" veröffentlichten Studie, fügte hinzu, dass daran gearbeitet werde, diese Unsicherheit bis auf ein Prozent zu reduzieren.

Die exaktere Entfernungsbestimmung der Großen Magellanschen Wolke führt auch zu genaueren Entfernungswerten für viele Cepheiden. Diese hellen, pulsierenden Sterne werden als Standardkerzen verwendet, um die Distanzen zu weiter entfernter Galaxien zu bestimmen und die derzeitige Expansionrate des Universums zu ermitteln, der sogenannten Hubble-Konstante. Diese wiederum ist die Grundlage der Durchmusterung des Universums bis hin zu den fernsten Galaxien, die man mit den heutigen Teleskopen beobachten kann. Das Wissen um die präzise Entfernung der Großen Magellanschen Wolke reduziert damit auch die Ungenauigkeit derzeitiger Messungen kosmologischer Entfernungen. (red, derStandard.at, 8. 3. 2013)

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