Das fröhliche Treiben der Mostbirne beginnt

8. März 2013, 16:57
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Eine Runde über den Kaiserkogel wird bereits vom ersten Austreiben der Obstbäume in den Voralpen begleitet

Wanderungen über freie Rücken und Kämme haben den besonderen Reiz, dass man freie Sicht nach allen Seiten genießt und sich im Schein der immer höher steigenden Sonne "baden" kann. Der von Rotheau im Traisental über den Ehrenecker Kogel und die Meiselhöhe verlaufende breite Rücken hat zudem den Vorteil, dass sich dort viele Dirndlstauden, also Kornelkirschen, befinden, die verhältnismäßig früh austreiben und zu blühen beginnen, und so einen Hauch von Frühling vermitteln.

Birnbäume zahlreicher Arten, aus deren Früchten der Most gewonnen wird, ergänzen das landschaftlich abwechslungsreiche Bild und bestätigen, dass die Region mit Recht die Bezeichnung Mostviertel trägt. Der Minnesänger Neidhart von Reuenthal erwähnte im Jahre 1240 bereits den "Birenmost" und schätzte offensichtlich dessen Qualität.

Von der Ehrenecker Höhe blickt man ins mittlere und untere Traisental, später kommen mehrere der bekannten Voralpengipfel wie die Reisalpe oder der Hohenstein ins Sichtfeld. Man schaut ins Alpenvorland, von der Kaiserkogelhütte zeigt sich schließlich die Landeshauptstadt Sankt Pölten.

Die Hütte auf dem Kaiserkogel hat zudem den Vorteil, dass sie - ausgenommen von zwei Ruhetagen pro Woche - das ganze Jahr über bewirtschaftet ist. Das wird in den Voralpen schön langsam zur Seltenheit, denn selbst gut frequentierte Häuser haben ihre Öffnungszeiten stark eingeschränkt oder überhaupt zugesperrt, weil die Vereine keine Pächter mehr finden.

Auf einigen Erhebungen in der Umgebung sind mittlerweile auch Windräder errichtet worden. Wenn man den kolportierten Zielvorgaben Glauben schenkt, dann wird es bald in vielen Teilen des Landes Windparks geben, die erneuerbare Energie liefern. Und da sich gerade die Voralpen für solche Projekte anbieten, wird hier wohl so mancher bisher ungestörte Rundumblick davon betroffen sein. Noch bietet sich der Kaiserkogel, zu erreichen auf einer leichten Runde, aber dafür an.

Die Wanderroute: Im Ortszentrum von Rotheau wählt man die rote Markierung, die in den Wald und dann durch freies Gelände - vorbei an zwei Gehöften - auf die Ehrenecker Höhe führt. Nun folgt ein Stück auf dem Kamm, dann wendet sich der Weg nach links, und man steigt zum Sattel der Meiselhöhe ab. Gehzeit ab Rotheau 1¼ Stunden. Im Gegenanstieg geht es zum Hagelbauern und weiter zu einem Kamm, dem man nach links bis zur Kaiserkogelhütte folgt. Gehzeit ab Meiselhöhe eine Dreiviertelstunde.

Man kehrt zum Hagelbauern zurück und folgt dem asphaltierten Güterweg in östlicher Richtung, bis dieser nach rechts in den Hang abzweigt. Dort hält man sich geradeaus und folgt dem rot markierten Weg nach Steubach. Gehzeit ab Kaiserkogelhütte knappe 1½ Stunden. Auf der wenig befahrenen Straße kehrt man in etwa einer halben Stunde zum Ausgangspunkt Rotheau zurück. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 9.3.2013)

  • Schon bald werden die Obstbäume in voller Blüte stehen.

    Schon bald werden die Obstbäume in voller Blüte stehen.

  • Gesamtgehzeit 4 Stunden, Höhendifferenz 500 m. Kaiserkogelhütte ganzjährig bewirtschaftet (Montag und Dienstag Ruhetage). ÖK25V Blatt 4329-Ost (Wilhelmsburg), Maßstab 1:25.000.
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 4 Stunden, Höhendifferenz 500 m. Kaiserkogelhütte ganzjährig bewirtschaftet (Montag und Dienstag Ruhetage). ÖK25V Blatt 4329-Ost (Wilhelmsburg), Maßstab 1:25.000.

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