Nahender Komet wird in den nächsten Tagen sichtbar

8. März 2013, 14:19
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"C/2011 L4 (PanSTARRS)" ist ein nicht-periodischer Komet und dürfte aus der Oortschen Wolke kommen

Wien - In den kommenden Tagen und Wochen wird am Himmel ein "neues" Objekt zu sehen sein, der Komet "C/2011 L4 (PanSTARRS)". Derzeit ist der Komet bereits auf der Südhalbkugel zu sehen und hat sich dort zu einer außergewöhnlichen, mit freiem Auge sichtbaren Erscheinung entwickelt. Ab kommender Woche ist der Komet in der nördlichen Hemisphäre zu beobachten, auch in Österreich.

Noch sind die Experten vorsichtig, wie sich der Komet in den nächsten Tagen entwickeln wird. Alexander Pikhard von der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) geht aber davon aus, dass er stabil bleiben wird. Hermann Mucke vom Astronomischen Büro Wien ist da vorsichtiger: "Wir wissen noch nicht genau, ob er schön wird, nach dem Perihel, ihrem sonnennächsten Punkt, machen Kometen oft Komisches."

Bahn und Sichtbarkeit

Der Komet wurde am 6. Juni 2011 vom System "PanSTARRS" - kurz für Panoramic Survey Telescope & Rapid Response System - auf Hawaii entdeckt, das den Himmel automatisch nach potenziell gefährlichen Asteroiden untersucht und dabei immer wieder auch neue Kometen findet. Seine größte Annäherung an die Sonne, das sogenannte Perihel, erreicht der Komet am 10. März, wobei er sich auf einer Bahn bewegt, die fast senkrecht auf die Ebene steht, auf der die Erde die Sonne umkreist. Vor dem Perihel ist er daher am südlichen, danach am nördlichen Sternenhimmel zu sehen. Die geringste Distanz zur Erde wird in etwa der mittleren Entfernung Erde-Sonne entsprechen.

Mucke rechnet damit, dass der Komet mit dem Fernglas bereits ab etwa 10. März sichtbar sein wird. Pikhard glaubt dagegen, dass sich der Komet bei uns nicht vor dem 15. März gut zeigen wird. Ab Mitte März jedenfalls wird man "C/2011 L4" in der Abenddämmerung im Nordwesten nahe dem Horizont sehen können. Zwischen dem 16. und 23. März sollen sich nach Experteneinschätzung jedenfalls die besten Beobachtungsbedingungen bieten.

Laut WAA wird sich der Komet ab Ende März auch in der Morgendämmerung im Nordosten zeigen, ab April sollte er die ganze Nacht zu sehen sein. Bis Ende Mai wird er dann auch immer höher steigen. Wermutstropfen für alle Beobachtungswilligen: Im Laufe der Wochen wird der Schweifstern zunehmend an Helligkeit verlieren - gute Sichtbarkeit soll es jedenfalls bis Ende März geben.

Seltener Gast

"C/2011 L4" gilt als nicht-periodischer Komet, der so schnell nicht wiederkehren wird. Er stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Oortschen Wolke, einer Ansammlung von Gesteins-, Staub- und Eiskörpern unterschiedlicher Größe im äußersten Bereich des Sonnensystems, und benötigte möglicherweise Millionen Jahre in das innere Sonnensystem.

Kometen stammen aus der Frühzeit des Sonnensystems und gehören zu den kleinsten Objekten darin. Sie bestehen aus einer Mischung von Wassereis, Staub und Gestein und erhielten deshalb auch die griffige Bezeichnung "schmutzige Schneebälle" verpasst. Ihr Eis enthält unter anderem auch Kohlendioxid, Methan und Ammoniak. Viele Kometen bewegen sich auf ellipsen- oder hyperbelförmigen Bahnen durch das Sonnensystem: Sie tauchen aus den Randbezirken des Sonnensystems auf und kommen der Sonne sehr nahe, wobei sie antauen und der oft spektakuläre Schweif entsteht.

Der kleine Kometenkern hüllt sich durch das Antauen in eine riesige Wolke aus Gas und Staub, die sogenannte Koma. Der "Sonnenwind", ein beständiger Teilchenstrom von der Sonne, bläst das aufgetaute Gas-Staub-Gemisch vom Kometen weg und formt dadurch den Schweif, der stets von der Sonne wegzeigt und Millionen Kilometer lang werden kann.

Der nächste folgt

"C/2011 L4" wird heuer aber nicht der einzige Komet sein, der von der Erde aus sichtbar ist: Der Komet "C/2012 S1 (ISON)" taucht Ende November am Morgenhimmel und Anfang Dezember auch am Abendhimmel auf und hat das Potenzial, mit freiem Auge gesehen werden zu können. (APA/red, derStandard.at, 8. 3. 2013)


Die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie bietet von 17. bis 31. März täglich ab 18 Uhr Beobachtungsmöglichkeiten auf der Sofienalpe in Wien.

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