Jane Goodall protestiert gegen Patente auf Schimpansen

8. März 2013, 12:12
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"Es ist für mich eine schockierende Vorstellung, dass eine Firma in einem Menschenaffen nur noch ein technisches Instrument sieht"

München - Die bekannte Primatenforscherin Jane Goodall geht gemeinsam mit 13 Organisationen aus Deutschland, England und der Schweiz gegen Patente auf Schimpansen vor. Sie wollen Einspruch einlegen gegen das Patent der US-Firma Altor auf gentechnisch veränderte Schimpansen (EP1409646), das das Europäische Patentamt (EPA) im Juni 2012 erteilt hatte.

Die Schimpansen, auf die sich das Patent bezieht, sollen für Medikamententests herangezogen werden. Dafür wird ihre DNA so verändert, dass ihr Immunsystem stärker dem des Menschen ähnelt.

"Es ist für mich eine schockierende Vorstellung, dass eine Firma in einem Menschenaffen nur noch ein technisches Instrument sieht. Wenn wir das jetzt zulassen, werden die Menschen in Zukunft fragen: Wie konnten Sie nur?", sagte Goodall, die viele Jahre das Leben von Schimpansen in freier Wildbahn beobachtet hat, laut Mitteilung. "Der Einspruch ist auf dem Postweg", sagte Christoph Thens von der Organisation Testbiotech, der sich seit Jahren gegen Patente auf Lebewesen einsetzt. (APA/red, derStandard.at, 8. 3. 2013)

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