US-Banken bestehen Stresstest

8. März 2013, 09:29
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Fed: Großbanken haben Kapitalausstattung verbessert, sind krisenfester

Washington - Die US-Großbanken sind für eine neuerliche Finanz- und Wirtschaftskrise gewappnet. Das sagt zumindest die Notenbank Fed.

Fast alle großen US-Banken haben ihre Hausaufgaben nach der Finanzkrise gemacht. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve veröffentlichte am Donnerstagabend die Ergebnisse ihres jüngsten Stresstests. Demnach würden 17 von den 18 wichtigsten Finanzkonzernen des Landes einen neuerlichen katastrophalen Wirtschaftsabschwung überstehen. Einzig Ally Financial fiel durch. Die Geldreserven des Finanzunternehmens rutschten unter den vorgeschriebenen Puffer von 5 Prozent. Das ehemals zu General Motors gehörende Institut wurde während der Finanzkrise von der Regierung gerettet und befindet sich zu 74 Prozent in Staatsbesitz.

"Die größten US-Banken verfügen über eine viel stärkere Kapitalausstattung als vor der Finanzkrise", teilte die Fed mit.

Prüfung

Die US-Zentralbank führt die jährlichen Stresstests bei den Banken auf Basis eines im Zuge der Finanzkrise 2008/09 geschaffenen Gesetzes durch. Dabei prüft die Notenbank, ob die Institute auch unter widrigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch über genügend Kapital verfügen würden, um zu überleben. Dabei nimmt die Federal Reserve beispielsweise an, dass die Arbeitslosigkeit kräftig ansteigt und zugleich die Immobilienpreise ins Bodenlose fallen. Beides hätte massive Auswirkungen auf die Kapitaldecke der Banken.

Bei dem vor einem Jahr fertiggestellten Stresstest der Fed bei 19 großen US-Banken waren 4 Häuser durchgefallen, weil sie die Anforderungen der Zentralbank nicht erfüllten - darunter die Citigroup. Die anderen großen Investmentbanken, Goldman Sachs, JP Morgan und Bank of America konnten damals überzeugen. In der kommenden Woche wird die Federal Reserve weitere Ergebnisse des Stresstests veröffentlichen.

Die Banken haben ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Wirtschaftsszenarien verbessert, erklärte die Fed in ihrer Mitteilung. Sie stünden von ihrer Kapitalausstattung besser da als vor der Finanzkrise, die im September 2008 zum Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers und zu Notverkäufen anderer Finanzfirmen geführt hatte.

Rücklagen

Bei dem jährlich wiederkehrenden Stresstest rechnet die Fed durch, was mit den Rücklagen der Finanzfirmen passieren würde, wenn Märkte und Realwirtschaft plötzlich einbrächen. Die Fed will dadurch sichergehen, dass die Banken selbst im Extremfall genug Geld auf der hohen Kante haben, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen. In der Finanzkrise hatte der Staat einspringen müssen. In den vergangenen vier Jahren hätten sich Kapitalqualität und -quantität deutlich verbessert, erklärte Fed-Direktor Daniel Tarullo. Dadurch seien die Institute "selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besser in der Lage, die Verbraucher und Firmen mit Geld zu versorgen".

Die Fed baute in ihrem Stresstest ein wahres Schreckensszenario auf: Die Aktienkurse brachen um mehr als die Hälfte ein, die Häuserpreise schmolzen um gut 20 Prozent und die Arbeitslosenquote stieg in der Spitze auf 12,1 Prozent. Zum Vergleich: Momentan liegt die Arbeitslosigkeit in den USA bei 7,9 Prozent, Höchststand in der Rezession waren 9,9 Prozent. Der Gesamtverlust, den die Banken unter den Testbedingungen binnen neun Monaten wegstecken müssten, bezifferte die Fed auf 462 Milliarden Dollar (355 Mrd. Euro).

Der Stresstest ist Teil des Dodd-Frank Acts - jenem Gesetzespaket, dass die Wall Street nach der Finanzkrise zügeln sollte. Auf Europas Banken dürfte in diesem Jahr auch noch ein solcher Stresstest zukommen. Dessen Ausgang dürfte vor dem Hintergrund der weiter schwelenden Schuldenkrise indes spannender ausfallen als in den USA, wo insbesondere die Zahl der faulen Eigenheim-Kredite abgenommen hat.

Auch die europäischen Großbanken müssen sich immer wieder Stresstests unterziehen. Heuer im Herbst ist wieder ein Durchgang geplant. Aus Österreich sind hier Erste Group und Raiffeisen Zentralbank (RZB) dabei, die Bank Austria findet sich in den Ergebnissen der italienischen UniCredit wieder. (APA, 8.3.2013)

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