Griechenland vor Tourismus-Comeback

8. März 2013, 08:30
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Buchungszahlen in Griechenland steigen wieder - Stammurlauber kehren zurück - Ein Fünftel der Wirtschaftsleistung hängt vom Tourismus ab

Berlin - Das krisengeschüttelte Griechenland steht vor einem Comeback - zumindest als Reiseland. Die Marktforscher der GfK trauen dem Land zu, in diesem Jahr wieder so viele Erholungssuchende anzuziehen wie vor Beginn der Krise. Nach Angaben des Tourismus-Marktführers TUI liegen die Buchungen für Griechenland-Urlaube seit Jahresbeginn um vier Prozent über dem Vorjahresniveau. 

Merkel ruft zu Urlaub in schwächern Ländern auf

"Die Deutschen entdecken ihre Liebe für das Land wieder", sagte TUI-Deutschland-Chef Christian Clemens auf der Reisemesse ITB in Berlin. Ein viel größeres Plus verzeichnet Konkurrent Alltours mit 30 Prozent. "Die Tourismusbranche des Landes hat die Krise der letzten zwei Jahre überwunden und ist wieder in Topform," sagte Alltours-Chef Willi Verhuven. Besonders frühere Stammurlauber, die in den vergangenen Jahren andere Urlaubsziele vorzogen, hätten sich in Scharen zurückgemeldet. Das sind gute Nachricht für das griechische Wirtschaft - jeder fünfte Job und ein Fünftel der Wirtschaftsleistung hängt vom Tourismus ab.

Die Abhängigkeit ist auch der Kanzlerin bewusst: Angela Merkel rief zur Eröffnung der weltgrößten Reisemesse die Bundesbürger dazu auf, ihren Urlaub in schwächelnden Euro-Staaten wie Spanien, Portugal oder eben Griechenland zu verbringen. Damit werde auch der Wirtschaft dieser Länder geholfen.

Europäer haben wenig Lust auf Urlaub

Falls die Strände zwischen Rhodos und Kreta diesen Sommer wirklich wieder voll werden, könnte Griechenland sogar den Rest Europas anhängen. Nach Einschätzungen der UN-Tourismusorganisation (UNWTO) sind die Aussichten für den Reisesektor in Europa 2013 wegen der Schuldenmisere vieler Länder trübe - die Branche dürfte maximal zwei bis drei Prozent wachsen. Von dem Trend kann sich auch Deutschland nicht abkoppeln. Dem Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) zufolge werden die Reiseumsätze hierzulande lediglich um ein bis zwei Prozent steigen. "Wenn die schwache Wirtschaftsentwicklung den Arbeitsmarkt und die Binnennachfrage ernsthaft in Mitleidenschaft zieht, wird das auch Folgen für Reisebranche haben", sagte BTW-Präsident und Ex-TUI-Chef Michael Frenzel.

  • Die Zeiten leerer Sonnenliegen dürften in Griechenland vorbei sein.
    foto: epa/orestis panagiotou

    Die Zeiten leerer Sonnenliegen dürften in Griechenland vorbei sein.

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