Syrische Rebellen wollen Blauhelme doch nicht freilassen

8. März 2013, 15:23
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Sprecher der "Märtyrer von Yarmuk"-Brigade: "Es gibt keine Verhandlungen"

Die syrischen Rebellen der "Märtyrer von Yarmuk"-Brigade haben am Freitag bestritten, an Gesprächen über eine mögliche Freilassung der 21 entführten philippinischen UN-Blauhelme beteiligt zu sein. "Es gibt keine Verhandlungen zwischen irgendwelchen Parteien" sagte Abu Essam Teaseel vom Medienbüro der Brigade den Nachrichtenagentur Reuters.  Ein Sprecher des philippinischen Militärs hatte zuvor verlautbart, die Männer sollten noch am Freitag der Obhut des Roten Kreuzes übergeben werden.

Verschleppt

Die Soldaten waren am Mittwoch in der syrischen Provinz Daraa nahe den Golan-Höhen an der Grenze zu Israel verschleppt worden. Die Entführer behaupten, die Filipinos seien ihre "Gäste", die sie zu "ihrer eigenen Sicherheit" festhielten. Eine Freilassung sei erst möglich, wenn die syrische Armee sich aus der Gegend um das Dorf Jamla zurückgezogen habe und die Luftangriffe auf Rebellenstellungen beendet würden. Dies solle die UNO mit der syrischen Regierung vereinbaren, um eine Freilassung der Geiseln zu ermöglichen.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz verlautbarte am Freitag, man sei bereit, bei der Überstellung der entführten Blauhelme behliflich zu sein.

Die Entführten gehören der UNDOF-Mission an, die seit den 1970er-Jahren eine syrisch-israelische Waffenruhe auf den Golan-Höhen überwacht. Die für die Entführung verantwortliche "Märtyrer von Yarmuk"-Brigade war deswegen schon am Vortag von anderen Mitgliedern der syrischen Oppositionsbewegung scharf kritisiert worden.

Zeitung: Acht UN-Soldaten nach Israel geflüchtet

Die israelische Zeitung Haaretz meldet indes, dass acht Soldaten der UN-Beobachtermission UNDOFwegen der Kämpfe in Syrien nach Israel abgesetzt haben. Angesichts der Gefechte zwischen regulären syrischen Truppen und Rebellen um den Ort Jamla hätten die Soldaten um ihr Leben gefürchtet. Sie dienten in derselben Einheit wie die 21 Philippiner, die am Mittwoch von Rebellen als Geiseln genommen worden waren. Eine Sprecherin des israelischen Militärs bestätigte auf Anfrage, dass die acht UN-Blauhelme in Israel seien. (red/APA, 8.3.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Entführer auf einem mittlerweile gelöschten Youtube-Video

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