Uni Wien beharrt auf Leitrolle bei Lehrerausbildung

7. März 2013, 17:53
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Regierung feilt am Entwurf für die Reform der Pädagogenausbildung

Wien - Die Uni Wien ist startklar für eine neu gestaltete Lehrerausbildung: "Jetzt ist die Zeit reif", sagte Rektor Heinz W. Engl Donnerstagabend. Es muss nur noch die Politik nachziehen. Aber Engl ist "relativ optimistisch, dass noch in dieser Legislaturperiode eine Lösung zustande kommt", obwohl die komplizierte Frage des gerade verhandelten Lehrerdienstrechts damit zusammenhänge.

Die Grundidee der Lehrerbildung an der Uni Wien, der mit 10.600 Lehramtsstudierenden in 26 Unterrichtsfächern größten Lehrerbildungsstätte, ist: Das Lehramtsstudium ist ein wissenschaftliches Studium, das eng mit der Forschung der Uni verbunden ist. "Die Ausbildung der Lehrer in direkter Tuchfühlung mit Forschung ist unumgängliche Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Lehrerbildung", sagte Vizerektorin Christa Schnabl.

Hochkompetent im Fach

Das unterstrich auch der von der Humboldt-Universität zu Berlin geholte Leiter des neuen "Zentrums für LehrerInnenbildung", Lutz-Helmut Schön. Die besten Lehrer seien die, die von den Schülern als "hochkompetent in ihrem Fach" erlebt würden, darum gelte: "Die Lehrerausbildung gehört an die Uni, sie ist eine akademische Ausbildung." Für die Uni Wien sei daher auch ganz klar, dass sie den Führungsanspruch bei der neuen, gemeinsamen Lehrerbildung gegenüber den "noch wenig akademischen Pädagogischen Hochschulen" stelle.

Die Regierung feilt derweil intensiv am Gesetz, die Arbeit am Begutachtungsentwurf geht gerade ins Finale. Die verhandelnden Minister Claudia Schmied (Unterricht) und Karlheinz Töchterle (Wissenschaft) wollen noch vor der Wahl ein Ergebnis. "Aufgrund der konstruktiven Verhandlungen ist das auch realistisch", sagte Töchterle zum STANDARD. (nim, DER STANDARD, 8.3.2013)

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