Jazz in der Stahlstadt

7. März 2013, 18:24
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Am Weltfrauentag gastieren im Brucknerhaus die Pianistin Joanne Brackeen sowie hochkarätige heimische Stimmbandkünstlerinnen

Linz - Auch wenn der unverwüstliche Robert Urmann schon in den 1960er-Jahren so manchen Jazz-Star, darunter Don Cherry, nach Linz lotste, ist die Stahlstadt erst in den letzten beiden Dekaden zum Szene-Gravitationspunkt mutiert. Verantwortlich dafür ist u. a. die Einrichtung der Jazzabteilung an der Anton-Bruckner-Privatuniversität 1988, die vor allem unter der Leitung Christoph Cechs (seit 1999) zur Talenteschmiede avanciert ist. Ein weiterer Mosaikstein ist die Etablierung des Jazz-Zyklus am Brucknerhaus 2005, wofür Inntöne-Organisator Paul Zauner als Kurator gewonnen werden konnte.

Heute, Freitag, ist in diesem Rahmen mit der 74-jährigen Joanne Brackeen ein musikalisches Schwergewicht zu Gast. Die aus Kalifornien stammende Pianistin, einst erstes weibliches Mitglied von Art Blakeys Jazz Messengers, spielte mit Dexter Gordon und Stan Getz und überblickt von Hardbop über freie Improvisation bis zu Rock-Jazz ein breites Stil-Spektrum.

Aus Anlass des Weltfrauentags dominieren Musikerinnen das Programm: Um Brackeen gruppieren sich die mit charmanten Electronic-Jazz-Songs reüssierende Sänger-Komponistin Susanna Ridler, die im Projekt Koe:r u. a. Saxofonist Wolfgang Puschnig aufbietet, sowie das Trio Extra Virgine, in dem Agnes Heginger ihre von arioser Wucht bis zu frei improvisierter Soundexploration reichenden Stimmbandkünste mit den Beiträgen von Sänger-Kollegin Nika Zach und Perkussionistin Ingrid Oberkanins kurzschließt. Den Abschluss bildet das Quartett der New Yorker Saxofonistin Virginia Mayhew, dem u. a. Sängerin Dena DeRose angehört. Auf nach Linz!   (Andreas Felber, DER STANDARD, 8.3.2013)

Linz, Brucknerhaus, 19.30

  • Von arioser Wucht bis zu frei improvisierter Soundexploration: Agnes Heginger.
    foto: maria frodl

    Von arioser Wucht bis zu frei improvisierter Soundexploration: Agnes Heginger.

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