Nach Missbrauch in Grazer Jugendheim: Mutter erwägt Klage

7. März 2013, 16:26
9 Postings

Prüfung der Vorwürfe mittlerweile von fünf verschiedenen Stellen - Auch Volksanwaltschaft wird tätig

Graz - Eine der Mütter jener Mädchen, die in einer Grazer Jugend-WG von Mitbewohnern sexuell missbraucht worden sein sollen, erwägt nun rechtliche Schritte. Ein entsprechender Bericht des ORF Steiermark am Donnerstag wurde vom Jugendamt Graz auf APA-Anfrage indirekt bestätigt. "Die Mutter ist am Dienstag bei uns gewesen und hat geäußert, sie nimmt sich nun einen Anwalt", so Jugendamtssprecherin Vasiliki Agyropoulos. Konkret soll es um Schmerzensgeld gehen.

Fünf Institutionen prüfen Vorfälle

Laut Agyropoulos prüfen mittlerweile fünf verschiedene Institutionen die Vorfälle bzw. Vorgänge in der Einrichtung, darunter die Volksanwaltschaft. Näheres über die rechtlichen Schritte der Mutter wisse man noch nicht, so die Sprecherin. Laut ORF könnte es sich um die Forderung nach Schmerzensgeld handeln. Dem Jugendamt zufolge habe man mit der Mutter einen weiteren Gesprächstermin für nach Ostern vereinbart. Zudem habe sie ihre beiden Töchter in der Betreuungseinrichtung belassen.

Unter den Behörden, die die Vorgänge prüfen sollen, sind neben der Innenrevision des Magistrats auch das Jugendamt selbst. Weiters prüft die zuständige Fachabteilung 15 des Landes als Oberbehörde - die Staatsanwaltschaft Graz hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zuletzt wurde auch die Volksanwaltschaft aktiv - diese hat ein rechtlich vorgesehenes Mandat, bei derartigen Vorfällen in Jugendwohlfahrtseinrichtungen tätig zu werden.

Mutmaßliche Täter in U-Haft

Der Fall war ins Rollen gekommen, als sich eine zwölfjährige WG-Bewohnerin im Februar dieses Jahres ihrer Mutter anvertraut hatte. Wie sich dann herausstellte, war schon im Oktober des Vorjahres von freiwilligen und unfreiwilligen sexuellen Handlungen unter den Jugendlichen die Rede gewesen. Doch die Vorwürfe hatten sich bei den Untersuchungen in der WG zunächst nicht erhärtet. Die vier Mädchen, die heute elf bis 16 Jahre alt sind, wurden offenbar durch Drohungen und Gewalt von vier Burschen eingeschüchtert und auf diese Weise lange von Aussagen abgehalten. Die mutmaßlichen Täter sind seit dieser Woche in U-Haft. (APA, 7.3.2013)

Share if you care.